Ein Reisebericht von:

Barbara

 

18. Dezember - Abflug
Südafrika wir kommen!

Da unser Flug erst abends um 20.50 Uhr startet fahren wir am Mittag ganz entspannt mit dem Zug nach Frankfurt. Es ist nicht viel los, und der Schalter von African Airways hat noch nicht geöffnet ... also probieren wir uns einmal am Automaten Check-In. Klappt alles gut, wir sind nur etwas verwundert in der Gruppenliste Namen von Freunden von uns zu lesen.

Es dauert etwas, bis wir schalten warum wir dort die Namen lesen. Gaaaanz heimlich haben unsere Freunde Monika und Klaus die Reise gebucht, und sie wollten uns am Flughafen mit ihrem Auftauchen überraschen ... hat fast geklappt. Wir telefonieren uns zusammen und treffen uns zur Gepäckaufgabe mit großem Hallo und Überraschung und überhaupt.

Jetzt fehlen nur noch 3 Mitreisende, dann ist unsere kleine Gruppe komplett.

Pünktlich um 20.50 Uhr startet der Flieger gen Johannesburg.


19. Dezember - Kapstadt

In Johannesburg müssen wir in einer etwas hektischen Umsteigeaktion zum Anschlussflug nach Kapstadt. D.h. vorrangige Behandlung bei der Einreise in Südafrika, auf das Gepäck warten, das wirklich lange auf sich warten lässt, und samt Gepäck zum Check-in für den Inlandsflug. Während des Wartens können wir allerdings in aller Ruhe die afrikanische Weihnachtsdekoration bewundern. Nachdem das Gepäck dann endlich da ist schaffen wir es mit viel Hektik zum nächsten Flieger. Dann noch 1,5 h Flug und dann haben wir das Ende der Flugreise und den Beginn unserer Rundreise erreicht.

Am Flughafen in Kapstadt werden wir von Robin, unserem Reiseleiter, in Empfang genommen, und treffen nun auch die anderen 3 Mitreisenden. Nun heißt es noch am Geldautomaten etwas südafrikanische Rand abheben, damit wir für erste Einkäufe (Wasser, Wein) gerüstet sind. In einem Kleinbus bringt Robin uns bei strahlendem Sonnenschein in unsere 1. Unterkunft - Floreal House. Die Unterkunft ist toll ... mit Blick auf den Tafelberg und die City, und es gibt einen Pool. Wir sind begeistert! Gegenüber unserer Unterkunft blühen Eukalypten, und Flaschenputzer ... somit erklärt sich auch der Name Floreal House. Schööööööööööön!!!

Zur Entspannung stürzen wir uns nach dem Zimmerbezug erst einmal in den Pool, bevor wir zum Tafelberg aufbrechen. Eine kurze Fahrt bringt uns zur Station der Seilbahn mit der wir innerhalb kürzester Zeit auf die Spitze des Tafelbergs gebracht werden. Die Gondel dreht sich während der Fahrt nach oben und wir haben sehr viel Glück ... Wir haben zu Beginn der Fahrt eine tolle, fast wolkenfreie Sicht auf Kapstadt und sehen von der Gondel aus sogar das Stadion. Allerdings ziehen immer mehr Wolken auf. Der Blick auf die Stadt ist absolut fantastisch und die Stimmung mit den aufziehenden Wolken ist irgendwie mystisch.

Auf dem Plateau des Tafelbergs haben wir Zeit selbiges über einen der "Wanderwege" zu erkunden.

An den Hängen des Tafelbergs sehen wir vereinzelt ein paar Dassies, kleine, putzige, murmeltierähnliche Geschöpfe. Gott sind die goldig!

Das Plateau selbst ist nicht gänzlich flach, sondern hat schöne Felsformationen, und hier wachsen außerdem für uns völlig unbekannte schön blühende Pflanzen. Während unserer Erkundung wird die Wolkendecke immer dichter, und auf der Kapstadt abgewandten Seite sehen wir nur eine geschlossene Nebelwand.

Wir schleichen umher, kämpfen etwas gegen den kühlen Wind und kommen an einem Restaurant und einem Souvenirshop vorbei. Wir bewundern den Küstenstreifen, und haben einen schönen Blick auf den Lions Head und die Stadt. Außerdem erhaschen wir durch die wandernden Wolken noch einen Blick auf Robben Island, die frühere Gefängnisinsel, in deren Gefängnis Nelson Mandela fast zwei Jahrzehnte lang als Häftling in einer vier Quadratmeter großen Einzelzelle verbrachte. Eine Dassiefamilie rundet das Bild am Tafelberg ab und mit einem Lächeln auf dem Gesicht fahren wir mit der Seilbahn wieder nach unten.

Nach dem absolut gelungenen Besuch des Tafelbergs geht es zurück zur Unterkunft. Kurz verschnaufen, umziehen und bevor es zum Abendessen geht, besorgen wir uns im Supermarkt des riesigen Einkaufszentrums des Victoria Wharfs ein paar Flaschen Wasser und ein paar Snacks für den nächsten Tag, da wir den ganzen Tag unterwegs sein werden. Wein und Amarula bekommen wir im Bottle Shop nebenan, der wird nicht im Supermarkt verkauft. Alles ist weihnachtlich dekoriert. Irgendwie irre ... Draußen hat es ca. 28 Grad und überall weihnachtet es.

Gerne würden wir noch ein paar Seehunde sehen, aber die lassen sich heute an der Waterfront nicht blicken. Weiter geht es in das GOLD Restaurant. Hier erwartet uns ein Menü der kapmalaischen Küche in einem urgemütlichen Ambiente mit verschiedenen Showeinlagen. Absolut sagenhaft! Mit so etwas tollem hatten wir nicht gerechnet. Was für ein Abschluss für den 1. Tag in Südafrika!

Zurück im Floreal House lassen wir den Tag bei einer Flasche südafrikanischem Rotwein, Amarula Gold und mit Blick auf Kapstadt bei Nacht noch einmal Revue passieren und schlafen seelig ein.


20. Dezember - Kap der Guten Hoffnung

Heute heißt es früh aufstehen, da wir einen langen Ausflugstag vor uns haben.

Nach einem sagenhaften Frühstück mit selbst gebackenem Brot und Kuchen sowie Obstsalat und und und fahren wir gen Kap der Guten Hoffnung. Es geht Richtung Süden.

Wir sehen viele blühende Pflanzen, die bei uns in Deutschland nur schwer oder garnicht durch den Winter zu bekommen sind, und sind völlig fasziniert, von Orchideenbüschen am Straßenrand, die hier wild zu wachsen scheinen. Außerdem sehen wir noch blühende Proteen, deren Blühsaison beinahe vorbei ist. Wir haben Glück noch die eine oder andere blühend sehen zu können.

Auf unserer Fahrt geht es u.a. durch den idyllisch gelegenen Ort Hout Bay und den Chapman's Peak Drive, eine der spektakulärsten Küstenstraßen der Welt, entlang. Die Aussichten sind absolut fantastisch. Blauer Himmel, blaues Meer!!! WAHNSINN! Außerdem führt uns unsere Fahrt durch den schnuckeligen Ort Simon's Town, der bekannt ist für seine Kolonie Pinguine sowie seine großen, abgerundeten Granitfelsen am Boulders Beach. Leider haben wir keine Zeit für einen längeren Stopp in diesem Ort, denn das Kap ruft.

Da wir recht früh dran sind ist die Warteschlange am Eingang zum National Park noch recht kurz.

Eine kurvige Strecke führt uns wieder an einer absolut traumhaften Küstenlandschaft entlang. Kristallklares Wasser, weißer Sand, weiße, rote, braune und schwarze Felsen. Atemberaubend!

Ein paar Paviane kämpfen am Straßenrand um ein paar alte Blechdosen auf der Suche nach etwas zu Fressen. Wir legen einen kurzen Stopp ein und schauen zu, wie die Wellen sich an den Felsen am Strand brechen. Einfach nur schön!

Auf der Kaphalbinsel, am südwestlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents, dem Kap der guten Hoffnung, ist dann schon etwas mehr los. Jeder möchte sich am Koordinatenschild fotografiert wissen. Mit Warten erreichen wir nicht viel, und machen es dann wie die asiatischen Urlauber um uns herum, was heißen will, dass wir uns vordrängeln. Gesagt getan und dann haben auch wir ein schönes Foto an diesem besonderen Flecken Afrikas.

Wir schleichen ein bisschen herum und dann geht es auch schon weiter zum Cape Point, dem südlichsten Punkt der Kaphalbinsel. Mit einer Funiculares, einer Straßenbahn, die mit einem Kabel die schiefe Ebene hoch gezogen wird, fahren wir den Berg zum Aussichtspunkt hoch. Dann noch ein paar Stufen nach oben und wir stehen am Leuchtturm. Wow, eine sagenhafte Aussicht bei bestem Wetter. Tja, wenn Engel reisen ...

Auf dem Weg nach untern schauen wir uns noch kurz im Souvenirshop unterhalb des Leuchtturms um, kaufen auf die Schnelle Kühlschrankmagneten vom Cape Point und schon geht es wieder mit der Funiculares nach unten.

Nach einer kurzen Lagebesprechung entschließen wir uns zu einem Imbiss hier im National Park. Es gibt einen Schnellimbiss mit Pizza oder auch ein Fischrestaurant. Wir entscheiden uns für super schmackhafte Pizzas. Wir genießen die Pizza im Freien und freuen uns, dass wir sie nicht gegen hungrige Baboons (Paviane) verteidigen müssen. Nein, ein ganz anderes Tier hat es auf Thommy's Pizza abgesehen ... eine Kapdohle greift sich so schnell ein Stück Pizza aus Thommy's Hand, so schnell können wir gar nicht schauen. Der Wahnsinn, nicht nur diebisch wie eine Elster, sondern auch noch frech wie ein Pavian ... und auch noch erfolgreich. Also aufgemerkt: In der Nähe von Kapdohlen sollte man auf sein Essen aufpassen!

Nach dem Essen fahren wir nur noch einen schönen Strandspot an, und dann geht es weiter zu einem der 3 Diaz-Kreuze. Hier sehen wir auch super riesige Proteenbüsche. Leider ist die Hauptblütezeit ja schon längst vorbei, aber ein paar einzelne, wunderschöne Blüten sehen wir noch. Dann heißt es Abschied nehmen von der Kaphalbinsel und zurück Richtung Kapstadt.

Am Eingang des National Parks hat sich für die Einfahrt eine riesige Schlange gebildet und auch die Parkplätze sind in der Zwischenzeit völlig überfüllt. Gut dass wir früh dran waren. Das Warten hier würde jetzt gerade nicht so viel Spaß machen. An der Hauptstraße ist ein kleiner Markt aufgebaut, der zum Kucken einlädt und wir halten kurz an, machen einen super schnellen Einkauf (Holzschüssel mit Zebra- und Giraffenmuster) und schon geht die Fahrt weiter. Unser Reiseleiter nimmt einen anderen Weg zurück und so können wir diesmal Simon's Town von oben sehen. Sehr schön! Wir sehen auch die Bahn vorbei fahren, die nach Kapstadt fährt. Eine Fahrt mit dem Zug hier her wäre also auch möglich.

Die weitere Rückfahrt verläuft wiederum auf einem anderen Weg, durch hier recht beliebte Badeorte. Der Strand ist voll, es ist allgemein viel los. Wir bestaunen die unterschiedlichen Haifischflaggen am Strand und rätseln über deren Bedeutung. Gott sei Dank sind sie im Reiseführer erklärt ... wir müssen also nicht dumm sterben. Es ist ein irrsinniges Gewimmel und viel Verkehr. Trotzdem wirkt die Stimmung auf uns gechillt. Diese Örtchen sind mit Sicherheit auch einen Ausflug wert. Wir sind jetzt aber auf dem Weg zum botanischen Garten in Kapstadt, den wollen wir heute auf jeden Fall noch sehen.

Was wir noch sehen? Auf der Autobahn fährt ein Pick-up mit einer Ladung Weihnachtsbäumen an uns vorbei und der Mittelstreifen der Autobahn ist mit Oleandern gesäumt. Es ist wirklich irgendwie komisch ... strahlender Sonnenschein, Oleander am Wegesrand, Wärme und Weihnachtsbäume. Es mutet wirklich etwas merkwürdig an, da keiner von uns so richtig in Weihnachtsstimmung ist.

Im botanischen Garten Kirstenbosch haben wir Zeit uns in aller Ruhe umzuschauen. Wir suchen erst einmal nach den vielen Proteen, die es hier geben soll. Wir laufen durch einen grünen Dschungelweg und kommen an die Proteenallee. Leider sind sie schon alle mit der Blüte durch. Schade! Es war zu erwarten, aber wir hatten halt gehofft, dass doch noch ein paar blühen ... Dafür sehen wir Strelitzien und viele andere exotische Pflanzen.

Wir gehen zum Tree Canopy Walkway, einem künstlich angelegten Steg, der uns auf Höhe der Baumkronen bringt, wie ein Baumwipfelpfad, und genießen die schöne Aussicht von oben.

Wir laufen und laufen und laufen, sehen viele sehr schöne, exotische Pflanzen. Wir kommen an Nutzpflanzen vorbei, an Pflanzen, die eine zeitlang ohne Wasser auskommen, und wir kommen am Duftgarten vorbei. Er ist sehr schön, der botanische Garten, und man könnte hier den ganzen Tag rumlaufen, ausruhen, die Seele baumeln lassen.

Da der Park nicht ewig geöffnet hat heißt es irgendwann wieder zurück zum Hotel, die schön blühenden Eukalypten gegenüber unserer Unterkunft genießen, kurz ausruhen, frisch machen und ab in die City, zur Waterfront zum Essen gehen. Nach langem Suchen landen wir dann zum Diner in einem italienischen Restaurant, das auch afrikanische Speisen anbietet. Vom Kudusteak bis hin zum ordinären Kuduburger gibt es hier für jeden Gaumen etwas zu finden. Das Essen ist gut, es gibt eine Showeinlage von ein paar Straßenmusikanten und wir genießen vollends den Abend.


21. Dezember - Stellenbosch

Heute führt uns eine kurze Busfahrt in das wunderschöne Städtchen Stellenbosch. Wir parken im Stadtzentrum, wo auch ein schöner Markt aufgebaut ist, und schauen uns zunächst das VOC Kruithuis, ein Militärmuseum, an. Es ist sehr klein, ganz interessant, aber nicht unbedingt ein Muss.

Mit unserem Guide, der gleichzeitig auch unser Fahrer ist, geht es dann weiter zum Dorfmuseum. Dieses Museum wiederum ist super. Es ist auf verschiedene Häuser aus verschiedenen Epochen aufgeteilt.

Zunächst sehen wir im 1. Bereich einen Kräuter-, Blumen-, Gemüsegarten, Lagerräume sowie einfache Wohnräume.

Im nächsten Gebäude werden wir von einer goldigen, alten Dame empfangen, die uns die herrschaftlichen Wohnräume zeigt. Ihre Erklärungen zu den Menschen, die hier gelebt haben, und zu verschiedenen Räumen und Möbeln (z.B. ein transportables WC usw.) finden wir sehr interessant.

Auch die nächsten beiden Häuser finden wir total interessant. Es ist irgendwie spannend, zu sehen wie früher gelebt wurde, wie die 1. Dusche aussah und und und. Wir finden, dass dieses Museum ein absolutes Muss für jeden Stellenboschbesucher ist, obwohl wir nicht wirklich auf Museen stehen.

Leider haben wir erst einmal keine Zeit uns auf eigene Faust umzuschauen, da eine Weinprobe auf dem Weingut Dellheim auf dem Programm steht.

Also zurück zum Parkplatz, in unseren Bus rein und weiter geht die Fahrt. Nach ein paar Irrfahrten erreichen wir mit einiger Verspätung das Weingut, das uns wieder einmal mit einer Auffahrt aus blühenden Oleanderbüschen begrüßt. Es geht sofort zur Weinprobe. Da wir den Wein nicht auf nüchternen Magen verkosten wollen, lassen wir uns den für später geplanten Imbiss direkt zur Weinprobe bringen. Probiert werden insgesamt 6 Weine, die zwar gut sind, aber nicht so gut, dass wir uns hier größere Mengen mitnehmen oder nach Hause bestellen wollen.

Das Weingut an sich ist total liebevoll hergerichtet. In der Anlage um den "Weinkeller" herum blühen wieder tolle exotische Pflanzen und es gibt ein schön eingerichtetes Restaurant, das zum Verweilen einlädt.

Für uns heißt es aber erst noch einmal zurück nach Stellenbosch, da wir dort unbedingt noch einmal etwas bummeln möchten. Das Städtchen sah so einladend aus. Wir parken wieder im Zentrum und schleichen durch die Gassen. Wunderschöne Häuschen, eine Boutique an der anderen, schöne Kunstgewerbeläden, ein paar Skulpturen hie und da, schöne Cafes und Bars ... ein wirklich schöner Ort.

Zurück in Kapstadt, ruhen wir uns kurz aus und dann geht es wieder zur Waterfront ein nettes Restaurant suchen. Heute steht kein gemeinsames Abendessen an, aber Robin fährt uns netterweise dort hin. Wir spazieren zu viert erst einmal etwas umher, schauen uns eine Schwenkbrücke an und landen am Ende in einem Portugiesischen Restaurant. Sehr gutes Essen, zu vernünftigen Preisen. Mit dem Taxi fahren wir zurück zur Unterkunft, trinken noch eine Absacker und fallen müde ins Bett.


22. Dezember - Betty's Bay
Bei den Pinguinen

Neuer Tag neues Glück ... heute verlassen wir Kapstadt und fahren nach Hermanus.

Eine absolut traumhafte Küstenstraße führt uns zunächst nach Betty's Bay zu einer Kolonie Brillenpinguinen. Hier haben wir Gelegenheit diese possierlichen Tierchen in aller Ruhe von einem Holzsteg, der über bizarre Felsformationen angelegt ist, zu beobachten. Goldig diese Tierchen. Die Sonne scheint, der Himmel ist blau, es geht eine leichte Brise. Was wollen wir mehr?! Wir genießen die Ruhe, beobachten am Ende des Stegs auch noch Kormorane und fühlen uns wohl.

Unsere Endstation an diesem Tag heißt Hermanus, ein beliebter Ferienort in Südafrika, der bekannt ist für die Möglichkeit der Walbeobachtung. Wir sehen allerdings keine Wale, da die Saison knapp vorbei ist. Dafür machen wir einen Bummel durch den Ort, holen uns einen Imbiss, den wir auf einem Bänkchen mit Aussicht auf das Meer genießen. Gestärkt bummeln wir dann auch noch über den örtlichen Souvenir- bzw. Kunsthandwerkermarkt und finden natürlich auch wieder eine Kleinigkeit.

Über den Cliff Path, einem Küstenweg, der am Meer entlang vorbei an Felsformationen, kleinen Buchten und Badestränden mit Blick auf Wale (während der Saison) führt, laufen wir zurück zu unserer Unterkunft. Es ist sehr warm, aber auch hier weht eine leichte Brise. Leider führt der Walk nicht komplett bis zur Unterkunft, und wir müssen stellenweise an der Hauptstraße entlang laufen. Dafür sehen wir sowohl am Wegesrand wie auch an der Hauptstraße wieder einmal die tollsten exotischen Blüten.

Hätten wir unsere Badesachen dabei gehabt, wären wir einmal ins kühle Nass gesprungen, da der Walk an geschützten, künstlich angelegten Badebuchten vorbei führt. Schade! Diesmal kein Badestopp. Der soll aber noch später kommen.

In der Unterkunft, die die modernste der ganzen Reise sein wird, angekommen legen wir uns dann erst mal ans Pool, trinken einen Cocktail und genießen außerdem ein Bad im hauseigenen Pool.

Bevor es zum Abendessen geht, findet noch ein Wechsel der Reiseleiter statt, und ab diesem Abend ist Willi, ein Deutscher, der schon sehr lange in Südafrika lebt, unsere neue Begleitung. Zum Abendessen fährt er mit uns in ein Lokal am Strand von Overstrand. Das Essen und der Wein sind wie immer sehr lecker.


23. Dezember - Kap Agulhas

Nach einem sehr leckeren Frühstücksbuffet inklusive Sekt (wir haben heute ein Geburtstagskind) geht es weiter zum Kap Agulhas, dem südlichste Punkt des afrikanischen Kontinents.

Auf dem Weg dorthin legen wir in dem kleinen Ort Stanford einen Zwischenstopp ein und machen einen Spaziergang. Der Ort zeichnet sich durch seine malerischen alten Häuser aus und ist schön anzuschauen.

Danach fährt uns Willie zu einem weiteren Whale Watching Spot, bei dem wir mit gaaaaanz viel Glück vielleicht doch noch die Gelegenheit haben könnten einen Wal zu sehen. Die Bucht von De Kelvers, die wir ansteuern, wird gerne von Walen angeschwommen, aber bei unserem erneuten Spaziergang sehen wir leider keine, haben das aber auch nicht wirklich erwartet.

Was wir sehen, sind schöne Felsen und eine stürmische See, da es heute extrem windig ist. Eine sehenswerte Bucht, ein schöner kleiner Ort, aber eben gerade keine Wale.

Unser nächster Stopp ist in Gansbaai. Dieser Ort ist bekannt für das "Great White Shark Cage Diving" ... Wir schauen uns die Käfige an, mit denen man zu Wasser gelassen wird, um Haie aus direkter Nähe beobachten zu können. Es ist ein bisschen spooky. Die Käfige sind sehr eng und großmaschig. Also ich bräuchte das dann glaube ich nicht unbedingt. Eine Tour wird auch gerade nicht angeboten. Alle Boote sind an Land.

Und weiter geht es nach Elim, einem gottverlassenen Dorf mitten im Nichts. Dort besuchen wir ein Kinderheim bevor es zum Endpunkt des Tages geht ... das Kap Agulhas. Hier fällt auch auf, dass wirklich ganz Südafrika im Sommerurlaub ist. Die Campingplätze sind recht voll, die Restaurants sind gut besucht.

Da es heute das 1. Mal während der Reise regnet entfällt unser Ausflug zum südlichsten Punkt Afrikas am Nachmittag und wir verbringen den verbliebenen Tag ganz entspannt in unserer Unterkunft, warten auf das Abendessen und lassen den Tag wieder sehr ruhig ausklingen.


24. Dezember - Oudtshoorn

Noch vor dem Frühstück geht es zu dem am Vortag wegen Regen nicht durchgeführten Spaziergang zum südlichsten Punkt Afrikas, der sich hier am Kap Agulhas befindet und nicht, wie häufig angenommen am Kap der Guten Hoffnung. Der einsame Leuchtturm, der sich auf unserem Weg befindet, ist leider geschlossen. Wir können also heute die Aussicht von dort nicht genießen. Dafür genießen wir den Küstenstreifen mit seinen vielen Felsnadeln und dem speziellen Bewuchs und kämpfen uns durch den stürmischen Wind zur geografischen Grenze zwischen dem Atlantischen und Indischen Ozean.

Zurück in der Unterkunft fahren wir nach einem üppigen Frühstück weiter Richtung Oudtshoorn, unserer heute letzten Station. Es geht über Napier, einem wiederum kleinen Örtchen mit schönen alten Häusern, vorbei an Getreidefeldern, die etwas an das australische Outback erinnern, nach Swellendam. Unterwegs sehen wir ein nicht wirklich scheues Reiherpärchen und ein alleine umherlaufendes Dik Dik, eine afrikanische Zwergantilope.

In Swellendam, der drittältesten Stadt von Südafrika, vertreten wir uns kurz die Beine und bestaunen die Dutch Reformed Church - "Moederkerk". Diese niederländisch reformierte Kirche hat eine seltsame Form und ist für den kleinen Ort etwas überdimensioniert. Sie ist ein Stilmix aus Neogotik, Neobarock und Renaissance. Wie auch immer ... sie sieht einladend aus und ist eine für das Auge angenehme Unterbrechung.

Zum Tanken stoppen wir in Heidelberg, wo eine ganze Kinderschar in Weihnachts- und Engelskostümen Geld für einen guten Zweck sammelt. Gott sind die goldig. Aber die Botschaften, die sie auf den Schildern stehen haben sind eher ernst.

Und weiter geht die Fahrt über den Robinson Pass in die Halbwüste Kleine Karoo nach Oudtshoorn. Mittags gegen 14.00 Uhr können wir unser Zimmer im Mooiplaas Guesthouse beziehen. Das Zimmer ist geräumig, das Bad ein wunderschöner, neuer Ballsaal. Auf dem Gelände des Guesthouse gibt es Strauße und einen Pool, in dem wir uns gleich mal erfrischen bevor es zur Highgate Ostrich Show Farm geht, die sozusagen gleich um die Ecke liegt.

Wir bekommen eine deutschsprachige Führung über die Straußenfarm. Melissa, die uns herum führt, erklärt die Brutkästen von früher, wie die Zucht heute verläuft, welche Farbe die Männchen, welche die Weibchen haben, was warum aus den einzelnen Federn gemacht wird, das Brutverhalten der Strauße, wir können Strauße mit Körnern füttern und einen "Standtest" machen, der zeigt wie stabil ein Straußenei ist.

Ich habe außerdem die Gelegenheit ein Straußenbaby zu halten. Es wirkt so zerbrechlich, aber es ist wohl robuster als es aussieht und hat super weiche Federn. Es wird alles super erklärt und wir können uns ein Bild von der Arbeit auf dieser Farm machen. Außerdem fahren wir noch zur "Straußenrennbahn", auf der tatsächlich Straußenrennen durchgeführt werden. Zu guter Letzt kann Thomas nach einen Ritt auf dem Strauß ausprobieren. Der Strauß geht ab wie Luzi und die Tierpfleger haben Mühe den Ritt von Thomas zu bremsen. Nach genug Erklärung haben wir noch kurz vor Ladenschluss die Gelegenheit Straußensouvenirs, wie z.B. Staubwedel aus Straußenfedern, einzukaufen.

Nach einer kurzen Pause machen wir uns für das Weihnachtsessen fein und Willi fährt mit uns zum Surval Boutique Olive Estate, wo wir ein feudales Mahl einnen. Tolles Restaurant, gutes Essen. Auch heute wieder ein gelungener Tagesabschluss.


25. Dezember - Kleine und große Karoo

Bereits vor dem Frühstück können wir bei strahlendem Sonnenschein morgens um 6.30 Uhr die Strauße des Guesthouse beobachten, sowie die an den Futtertrögen der Strauße umherschwirrenden Finken. Alles schläft noch, nur die Tiere, Thomas und ich nicht. Auch hinter unserer Unterkunft haben sich einige Vögel versammelt. Wie sie heißen wissen wir nicht, aber es ist schön sie zwischen Akazien und Pfefferbaum zu beobachten.

Und wieder genießen wir ein Wahnsinnsfrühstück mit allem was man sich von einem Frühstücksbuffet wünschen kann. Es bleiben keine Wünsche offen. Irre! Und wieder steht ein faszinierender Tagesausflug an. Zunächst geht es durch die Meiringspoort Schlucht in die große Karoo Halbwüste nach Prins Albert, ein kleines historisches Städtchen, wo die Zeit stehen geblieben zu sein scheint.

Auf dem Weg dorthin legen wir aber erst noch einen Stopp in De Rust ein. Was für ein goldiger Ort. Bei einem Spaziergang sehen wir schöne Häuschen, in die wir gerne gleich einziehen würden, blühende Kakteen, Flaschenputzerpflanzen, lilafarbene Jacarandas, Akazien, Bourgainvilleas, Pflanzen, deren Namen wir gar nicht kennen und und und. Hier scheint etwas die Zeit stehengeblieben zu sein. Niemand ist unterwegs. Kein Wunder! Heute ist in Südafrika der Weihnachtstag, der in Deutschland bereits tags zuvor gefeiert wurde.

Die Fahrt durch die Meiringspoort Schlucht, deren Straße gut ausgebaut ist und relativ eben am Fluss entlang führt, bringt uns von De Rus nach Prins Albert. Die Aussichten sind spektakulär. Schroffe Felsen, gefaltetes Gestein, alles hier erinnert uns an den Nordwesten Australiens. Hier fühlen wir uns wohl. Eine sehenswerte Strecke, wenn man gerne Felsen anschaut.

In Prins Albert angekommen, würden wir gerne eine Kleinigkeit essen. Die Suche nach einem Snack gestaltet sich schwierig. Es ist ja Weihnachten, und es haben nahezu alle Restaurants geschlossen. Das einzige, geöffnete Restaurant hat nur ein aufwendiges Weihnachtsmenü. Das ist uns in der Mittagszeit ein bisschen zu viel. Nun denn, wir haben ein paar Kekse und Äpfel dabei. Vernichten wir die erst mal und fahren weiter zum bzw. über den Swartberg Pass.

Es geht steil nach oben, Kurve um Kurve schraubt sich unser Büschen nach oben. Die Straße wird immer enger. An manchen Stellen kommen keine 2 Autos aneinander vorbei und wir müssen in Ausweichbuchten fahren. Die unasphaltierte Straße schlengelt sich nach oben. Der Blick nach unten wird immer steiler. Da in Südafrika Linksverkehr herrscht fahren wir teilweise recht nah am Abgrund. Die Aussichten sind wieder fantastisch. Wir legen 3 Stopps ein, um alles in Ruhe zu genießen und schrauben uns auf eine Höhe von 1.583 m. Viel Verkehr ist heute nicht, Gott sei Dank. Müssen wir nicht zu häufig ausweichen.

Auf der anderen Seite des Passes legen wir nach dieser spannenden Fahrt sofort am 1. "Rasthaus" einen Stopp ein. Aber auch hier bekommen wir nichts zu essen. So müssen wir uns mit kühlen Getränken, selbstgemachten Cookies und ein paar Chips begnügen. Nun denn, besser als Nichts.

Da die Zeit schon etwas voran geschritten ist, verschieben wir den Besuch der Cango Tropfsteinhöhlen auf den nächsten Tag. So fahren wir gemütlich zurück zu unserer Unterkunft, springen noch in den Pool, ruhen uns etwas aus und machen uns für ein südafrikanisches Weihnachtsessen im Freien fertig. Als Vorspeise gibt es eine Kürbissuppe, als Hauptspeise steht u.a. Straußensteak zur Wahl und als Nachspeise können wir zwischen Eis und Brownie wählen. Es ist herrlich im Freien zu dinieren. Nach dem Essen bekommen wir noch den Sternenhimmel der Südhalbkugel erklärt. Die Vielfalt der Sterne hier im Nichts ist der Wahnsinn. Wir sehen nicht nur eine atemberaubende Milchstraße, sondern auch das Kreuz des Südens und zwei magellansche Wolken. Es ist einfach irre! Nach einem Absacker auf unserer Terrasse liegen wir seelig im Bett und haben süße Träume ...


26. Dezember - Tropsteinhöhlen und der Indische Ozean

07.45 Uhr, wir stehen bereits vor den Cango Caves, einer weiteren Attraktion der Garden Route. Was wir gestern nicht mehr geschafft haben, machen wir heute am frühen Morgen. Die Außentemperatur wird am Eingang der Höhlen mit 30 Grad angegeben, Innentemperatur 20 Grad. Willi holt unsere Tickets und wir warten auf eine Führung in deutscher Sprache. Wir haben eine "normale" Führung in deren Rahmen ca. 600 m des Höhlensystems zugänglich sind. Es gäbe auch noch Führungen bei denen man sich stellenweise hindurchschlängeln müsste, oder sogar rumkriechen müsste. Dafür stehen am Eingang Schablonen bereit, an denen man ausprobieren kann, ob man durch die Engpässe passt.

Um 08.00 Uhr geht es los. Wir laufen einen beleuchteten geteerten Weg entlang. Vorbei an wunderschönen Tropfsteinformationen und werden wir in eine absolut riesengroße Höhle geführt. Wir können die Größe gar nicht glauben. Sie ist ca. 90 m lang, 50 m breit und bis zu 18 m hoch. Als alle Gruppen in der Höhle sind wird das Licht ausgemacht und demonstriert mit was für einer "Funzel" die Höhle 1780 erkundet wurde. Nicht vorstellbar wie schwer es damals gewesen sein muss als Höhlenforscher unterwegs zu sein. Weiter geht es von Tropfstein zu Tropfstein. Immer wieder wird mit der Beleuchtung "gespielt" und die eine oder andere Formation speziell ausgeleuchtet. Wir sind begeistert, fasziniert. Nicht umsonst zählt dieses Höhlensystem zu einem der schönsten der Welt.

Nach ca. 1 h werden wir wieder an die Luft gesetzt und setzen unsere Fahrt die Garden Route entlang fort. Durch das schöne Städtchen Oudtshoorn und über den Outeniqua Pass geht es wieder gen Süden an die Küste.

Auf der N2 legen wir zur Mittagszeit im Timberlake Organic Village einen Zwischenstopp ein, da wir heute ein seeeehr frühes Frühstück hatten. Hier finden wir es richtig schnuckelig. Das Gelände ist absolut herrlich angelegt. Es gibt diverse Restaurants, Snacks und Shops. Wir könnten Pflanzen kaufen oder aus Ästen und anderem Holz hergestellte Figuren. Da uns der Hunger treibt und wir hier nicht Stunden verbringen wollen entscheiden wir uns letztendlich alle für den Schwaben Deli und essen BOCKWÜRSTE ... ja, richtig gelesen. Auch Bratwürste würden wir hier bekommen, oder Rote Beete von Kühne. Unglaublich!

Die nächste Station ist das Goukamma Naturreservat. Theoretisch könnten wir hier wandern, was aber aufgrund der Hitze nicht unbedingt angesagt ist. So überqueren wir mit einem kleinen Boot, das man an einer Schnur entlang zieht, ein Tidenpool, laufen etwas herum, um an einen absolut einsam gelegenen Strandabschnitt zu kommen. Schuhe aus und Füße ins Wasser. Wow! Wir sind mehr als angenehm überrascht. Das Wasser des Indischen Ozeans ist herrlich warm. Gut dass wir vorsichtshalber die Badesachen eingepackt haben. Umziehen und ab in die Fluten. Das Wasser ist gigantisch. Allerdings ist der Wellengang enorm und so planschen wir nur in Strandnähe, dass uns die Strömung nicht in die unendlichen Weiten des Ozeans ziehen kann. Was für ein Spaß. Wer hätte das gedacht?! Wir sind im Dezember im Indischen Ozean.

Nachdem wir genug geplanscht haben geht es weiter nach Knysna. Wir beziehen unsere Unterkunft, legen eine Poolpause ein und schwuppdi geht es schon wieder los. Vorbei an teuer aussehenden Häusern und Shops fahren wir durch ein noch nobler aussehendes Wohnviertel zu einem Aussichtspunkt mit Wahnsinnsblick auf die Knysna Heads (2 steile Sandsteinklippen), die Knysna Lagune mit den Outeniqua Bergen im Hintergrund und auf den Indischen Ozean. Der Ausblick ist wirklich traumhaft, es ist hier nicht zu viel los. Wir bestaunen die Felsen und die riesigen Wohnhäuser, auf die wir von einem der Aussichtspunkte schauen können. Die Sonne geht langsam unter und das verbleibende Licht strahlt die Felsen und den Strand an. Toll!

Zum Abendessen geht es zu Fuß zu den The Waterfront - Knysna Quays. Bevor man zu den Restaurants, die direkt am Wasser liegen kommt, schlendern wir erst einmal an einigen schönen Shops vorbei. Wir gehen in ein Restaurant im 1. Stock und genießen die Aussicht auf die Lagune und Boote. Leider ist das Lokal brechend voll und es ist entsprechend laut. Aber egal, das Essen ist, wie immer, sehr gut. Zurück an der Unterkunft entscheiden wir uns noch einen Absacker in der gegenüber liegenden Bar zu trinken bevor wir wieder sehr glücklich ins Bett gehen.


27. Dezember - Garten Eden

Entlang des sich über 170 km erstreckenden Tsitsikamma Urwalds fahren wir zum "Garten Eden" um dort einen Spaziergang zu machen. Es ist hier nicht wirklich viel los. Der Reiseleiter entrichtet den Eintritt und wir laufen einen Rundweg durch den sogenannten "Garten Eden". Wir sehen viele hohe Bäume, schöne Farne, Bäume, Farne und ein paar vereinzelte blühende Pflänzchen ... Der Weg durch den Garten Eden ist schön, aber nicht spektakulär. Leider ist gerade keine Blütezeit, sonst könnten wir vielleicht ein paar mehr exotische Pflanzen sehen. Es ist ein angenehmer Stopp, schön, dass wir mal durch die Natur laufen können, aber kein Must have.

Weiter geht es zum Tsitsikamma Nationalpark. Hier wollen wir heute wandern und die Hängebrücke des Parks bestaunen. Leider wird uns die Lust am Wandern nach der Ankunft am Wegweiser zum Nationalpark schnell verdorben. Ca. 1 km vor dem Eingang zum Park hat sich eine enorme Autowarteschlange gebildet. Nun ja, es sind ja Ferien in Südafrika, viele haben über die Feiertage frei, und noch mehr wollen hier wandern. Wir bleiben eine Weile in der Autoschlange stehen und hoffen, dass es schnell voran geht. Irgendwann kommt eine Parkmitarbeiterin mit einem Formular, dass für den Zutritt im Park ausgefüllt werden muss. Wir füllen es aus, entscheiden uns aber irgendwann, dass es keinen Sinn hat länger zu warten, um dann mit den Massen durch den Park zu laufen, drehen um und fahren unverrichteter Dinge auf unserer geplanten Route weiter. Schade! Der Park soll sehr schön sein, aber wir sind heute zur falschen Zeit am falschen Ort.

Bevor wir aber den Kopf in den Sand stecken können fahren wir zum "Big Tree". Hier heißt es auch erst mal warten, bis wir an unsere Eintrittstickets rankommen. Es gibt beim Big Tree verschiedene Wanderwege. Wir nehmen den insgesamt ca. 15-minütigen Waldwanderweg, der uns direkt zu dem 800 Jahre alten, 37 m hohen Yellowwoodbaum (8,5 m Umfang) führt. Wir staunen, fotografieren, und gehen weiter.

Sehr viel mehr passiert an diesem Tag nicht mehr. Auf der Fahrt zu unserer nächsten Unterkunft, dem Zuurberg Mountain Village, überqueren wir noch eine Schlucht, aber mehr passiert nicht wirklich.

Unsere Unterkunft in den Bergen, die wir über Serpentinenstraßen erreichen, ist absolut idyllisch gelegen und wir beziehen am Nachmittag unser "Häuschen". Wir haben eine schöne Dusche mit Blick nach draußen. Das tolle Pool können wir leider nicht genießen, da bei unserer Ankunft ein Gewitter aufgezogen ist. Schade! Ein durch das Gewitter verursachter Stromausfall sorgt dafür, dass wir das wieder einmal wahnsinnige Abendbüffet in dieser absolut historischen Unterkunft zunächst bei Kerzenschein einnehmen. Das ergibt eine noch schönere Stimmung, als sie eh schon herrscht. Den Abend lassen wir wieder mit gutem südafrischen Wein und dem einen oder anderen Amarula ausklingen.


28. Dezember - Addo Elephant Park

Am frühen Morgen brechen wir auf zum Addo Elephant Park. Der 1931 gegründete Park beheimatet ca. 350 Elefanten, Büffel, verschiedene Antilopenarten und auch noch andere Tiere.

Die ersten Tierbeobachtungen sind allerdings eher etwas unspektakulär ... wir sehen Mungos, Schildkröten, Warzenschweine, Schildkröten, Schildkröten, hamsterähnliche Tiere, Krähen, Schildkröten, Zebras ... Wir sind uns nicht so ganz sicher, ob es in dem Park wirklich Elefanten gibt. Aber nun gut, wer hat schon jemals afrikanische Schildkröten aus nächster Nähe beobachtet?

Dafür erleben wir eine wirklich spektakuläre Aktion ... an einem Wasserloch beobachten wir 2 Löwen. Auf einem Hügel in der Nähe stehen Zebras, die auch gerne an das Wasserloch möchten, sich aber nicht trauen, so lange die Löwen da liegen. Ein Wasserbüffel nähert sich langsam aber stetig diesem Wasserloch. Dann passiert es, für uns völlig unerwartet. Der Wasserbüffel rennt auf die Löwen zu und vertreibt diese vom Wasserloch, dass er trinken kann. Für uns ein absolut einmaliges, nur wenige Meter von uns entferntes, Erlebnis. Es geht alles rasend schnell. Die Löwen verkrümeln sich und legen sich etwas weiter entfernt vom Wasserloch wieder nieder. Die Zebras betrachten das Spektakel aus sicherem Abstand.

Die Stimmung im Bus ist nun echt angeheizt. Die Szene war wirklich toll. Das kann nun auch mit weiteren Tiersichtungen nicht mehr gesteigert werden. Wir sehen noch Kuhantilopen, Perlhühner, weitere Schildkröten, eine Warzenschweinfamilie, viele Zebras und last but not least nach 3 h die ersten Elefanten.

Nach der sagenhaften ca. 4-stündigen Durchquerung des Addo Elephant Park geht es dann weiter zu unserer nächsten Unterkunft im Amakhala Game Reserve. Es handelt sich um ein privates Reserve, das ein Zusammenschluss mehrerer Landbesitzer ist und mittlerweile eine Fläche von 7.500 ha umfasst. Die unendliche Weite dieses Reservats sollen wir noch auf unseren Game Drives kennen lernen.

Zunächst beziehen wir aber erst einmal unsere feste Zeltunterkunft im Camp. Wir erwischen ein Zelt von dem aus wir einen schönen Weitblick in die Ferne haben. Toll!

Jedes Zelt hat eine schöne Veranda mit 2 Korbsesseln und einem Tisch. Wir haben unser eigenes "Bad" und ein außerhalb des Zelts installiertes Toilettenhäuschen. Gesichert ist das Camp mit einem Elektrozaun, dass uns in der Nacht keine wilden Tiere anfallen können.

Nach einer kurzen Ruhepause geht es auf zu unserem 1. Game Drive im offenen Jeep.

Das Gelände ist riesig und einigermaßen grün, da sich auf dem Reservat ein Fluss befindet. Wir sehen Tiere über Tiere ... Wasserböcke, Reiher, Strauße, Giraffen, Zebras, Elefanten, Kudus, Löwen und diverse Antilopen bzw. Böckchen.

Es ist ein fantastischer Ausflug, eine einfach fantastische Landschaft, und zum Sundowner gibt es leckere Getränke und eine schöne Aussicht. Auch das Fotografieren fällt aus dem offenen Jeep etwas leichter, als aus dem geschlossenen Bus.

Das Dinner lässt absolut keine Wünsche offen, und nach dem einen oder anderen Absacker fallen wir wieder einmal mit einem Lächeln im Gesicht in unser schönes bequemes Bett.

Gute Nacht ... Schöne Träume!!!


29. Dezember - Amakhala Game Reserve

Am frühen Morgen, vor dem Frühstück, geht es wieder auf die Pirsch. Wir sind sehr gespannt, was wir in den Morgenstunden alles sehen können. Und wir werden nicht enttäuscht. Unser Fahrer bringt uns an Stellen im Reservat, an denen wir andere Tiere sehen als tags zuvor ...

Das erste Tier, das uns an diesem Tag über den Weg läuft, ist ein sehr kleines, aber nicht wirklich scheues Tier, mit dem wir nicht unbedingt gerechnet hätten ... der Jackrabbit, der eigentlich in den USA beheimatet ist. Seine Ohren leuchten in der Morgensonne und er sieht wirklich kuschelig aus.

Neben Wasserböcken, Affen und Kudus sehen wir auch noch eine Herde Gnus und Zebras sowie Elefanten. Es werden immer wieder Stopps eingelegt, und wir haben Zeit die Tiere in aller Ruhe zu beobachten.

Mit der Zeit steigert die Sonne langsam ihre Kraft und bei allen Reisenden macht sich der Hunger breit. Wir fahren zum Camp zurück, frühstücken erst einmal und danach genießen wir eine ausgiebige Ruhepause am Pool, die nur von einem schmackhaften Mittagessen unterbrochen wird.

Am Nachmittag brechen wir zum 3. und leider letzten Game Drive dieser Reise auf.

Wir sehen Perlhühner und auch warum sie so heißen, Gnus, Elenantilopen und und und.

Zum Sundowner erleben wir dann noch etwas für uns noch nie dagewesenes. Wir halten in der Nähe von 2 Giraffen, folgen diesen dann langsam und stoßen auf eine ganze Giraffenfamilie - es sind ca. 12 Tiere. Wir sind ganz nah an ihnen dran und schauen der Familie bei ihrer Futterpause zu.

Ein paar der jüngeren Giraffen kämpfen/balzen miteinander, verdrehen ihre Hälse ineinander, tanzen umeinander ... es ist einfach unbeschreiblich. So etwas Spektakuläres, nur schwer Beschreibbares, haben wir noch nie gesehen. Die Giraffen lassen sich durch unsere Ohs und Ahs überhaupt nicht stören, und wir schauen ihnen fast eine Stunde lang zu, ohne dass es langweilig wird. Sagenhaft!

Das Abschlussdinner ist noch schmackhafter als alles bisher dagewesene. Wir genießen Gnusteak und fühlen uns einfach nur glücklich, auch wenn es heute der letzte Abend ist.


30. Dezember - Port Elizabeth - Heimflug

Leider heißt es heute Abschied nehmen von Südafrika. Wir wollen uns nicht wirklich so recht trennen. Wir haben die Reise genossen. Aber irgendwann hat der schönste Urlaub ein Ende.

Nach dem Frühstück brechen wir also auf Richtung Port Elizabeth. Auf dem Weg zum Flughafen wollen wir noch ein Sozialprojekt des Amakhala Game Reserves besuchen, das aber leider aufgrund der Weihnachtsfeiertage geschlossen hat.

In Port Elizabeth angekommen haben wir noch etwas Zeit und laufen an der Strandpromenade entlang, schauen den Leuten beim Baden zu und suchen uns ein schönes Lokal für einen kühlen Drink. Zu gegebener Zeit setzt uns Willie, unser Reiseleiter, am Flughafen ab und wir fliegen zunächst nach Johannesburg.

Hier am Flughafen haben wir genug Zeit, uns dann doch noch einer ausgiebigen Shoppingtour hinzugeben. Das Souvenirherz schlägt hoch, sehr hoch. Wir erstehen Tassen, Pasteten vom Kudu, Zebra usw., T-Shirts, Stifte und und und. Ach, was für ein Spaß.

Am 31. Dezember am frühen Morgen haben wir wieder deutschen Boden unter den Füßen und fahren auf direktem Weg mit dem Zug zurück nach Schweinfurt.

Wir können noch lange in den Erinnerungen an einen wunderschönen Urlaub schwelgen. Die Mischung von faszinierender Natur, tollen Tierbeobachtungen, der Moderne und dem Alten, der Küste und der Trockenheit in den Bergen, all das hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Südafrika ... wir kommen bestimmt wieder!!!