Ein Reisebericht von:

Sabine

 

Mittwoch, 21.12.
Endlich geht's los! Wir, mein Mann Werner und ich, fahren mit der Bahn am Nachmittag zum Flughafen nach Frankfurt. Jetzt ist die Neugierde meines Mannes nicht mehr zu bremsen. Er weiß nämlich bis dato noch nicht wo die Reise hingeht. Anhand von mehreren Hinweiszettelchen hatte er nur ein grobes Puzzle bekommen, so alla della 10 h Flug, über Weihnachten und Silvester weg, Spanisch sprechend etc. Nun habe ich das Geheimnis gelüftet... und er hat mit seinem neuen IPad beim McDonalds dann noch etwas im Netz surfen dürfen...

Donnerstag, 22.12.

Die Condor hat uns in gefühlten 20 h nach San Jose gebracht. Wir landen Früh um 06.00 Uhr in der Hauptstadt Costa Ricas, und stellen uns brav bei der obligatorischen Passkontrolle an.
Die Koffer sind freundlicherweise unbeschädigt da, es kann losgehen. Ein lächelnder Tico setzt uns in seinen Minibus mit ein paar weiteren deutschen Gästen und auf geht's nach Jaco. Ich habe für die ersten beiden Nächte den Club Punta Leona an der Pazifikküste gebucht, 15 km von Jaco enfernt. Laut Meiers Weltreisen ein weitläufiges, ökologisches Ferienresort, umgeben von einem weiten Primärwald mit altem Baumbestand. Zudem sollten 3 feinsandige Badebuchten ausgezeichnete Bademöglichkeiten bieten. Nicht zu vergessen von der herausragenden freilebenden Tierwelt. Also theoretisch genau das richtige für uns: Meer, Wald und Tier...

Die nächsten 2 h gestalteten sich sehr kurzweilig. Wir bekommen einen ersten Eindruck von Land und Leuten, wenn wir zum Fenster rausblicken. Die Straße ist neu und die Häuser am Straßenrand machen einen gepflegten Eindruck. Desöfteren sehen wir Verkaufsstände mit tropischen Früchten am Wegesrand. Es hat gefühlte 30 Grad und der Himmel leuchtet strahlend blau. Unser Fahrer legt einen Boxenstop ein bei einem Souvenirladen. Hier gibt es die Tierwelt auf Postkarten, in Plüsch, aus Holz, als Schlüsselanhänger und allerhand Schnickschnack.
Vor einem großen Fluss, dem Rio Tarcoles, dürfen wir aussteigen und zu Fuß über die Brücke laufen. Na denn... Erst sehen wir nichts, aber dann stellen sich die Baumstämme, als lebende Krokodile heraus. Bei näherer Betrachtung sind es sogar recht viele. Das erinnert an Australien: Danger! Crocodiles! Mein Herz bleibt aber nicht deswegen fast stehen, sondern 100 m von mir entfernt fliegt doch tatsächlich laut krächzend (darum nicht zu überhören) ein Pärchen roter Aras in den nächsten Wald. Meine ersten freifliegenden Aras, ich bin überwältigt und dies bereits nach 2 h. Überzeugt die richtige Wahl getroffen zu haben, freue ich mich auf unser erstes Domizil.

Unser Bus passiert eine bewachte Schranke und wir fahren durch den beeindruckenden Regenwald zum Hotel. Eine deutsche Reiseleiterin empfängt uns Früh um 10.00 Uhr und zeigt uns die Anlage. Wie im Prospekt versprochen ist alles sehr weitläufig mit vielen interessanten Bäumen. Viele Vögel zwitschern herum. Christine zeigt uns einen gigantischen Baum und weist darauf hin, dass hier seit Jahren ein Arapaar brütet. Von den Vögeln ist gerade nichts zu sehen, aber ich werde sie finden... Die Bungalows sind weitläufig in einem Teil der Anlage verteilt. Es ist alles sauber und ordentlich. Wer mehr Komfort will, kann Superior buchen und hat dann eine hochwertigere Ausstattung und Terrasse, aber wir sind eh nie im Zimmer.

Vom Zimmer zur Rezeption, zum Pool, zum Strand ... es gestaltet sich alles als sehr weitläufig. Unsere Neugierde ist geweckt, wir ziehen uns erst mal eine Pina Colada rein und testen die Pizza. Die Anlage ist leider "Alles inklusive", was ich prinzipiell ablehne, da ich gerne esse und trinke. Der hoteleigene Strand ist ganz oK. Sicher nicht feinsandig, sondern eher etwas gemischt.
Pelikane ziehen ihre Bahnen. Die Bushaltestelle bewacht ein dicker Leguan. Mit dem Shuttle Bus fahren wir ca. 10 min zum Traumstrand für Costa Ricanische Verhältnisse. Das ist er wirklich! Palmen, weißer Sand (heißt ja auch Playa Blanca), Regenwald hintendran und ruhig. Werner stürzt sich in die Fluten. Hier gibt es natürlich auch eine Bar und wir verzehren einen wunderbaren Fisch. Wir laufen auf der geteerten Straße ca. 25 min durch den Regenwald zurück. Überall raschelt es ...
Unser Weg führt natürlich am "Papageienbaum" vorbei und sie sind wirklich da. Ein freilebendes Arapaar sitzt 20 m über uns und schnäbelt. Ein Traum!!! Später sehen wir noch eine ganze Schar beim Fressen in einem Baum und auch einen Braunrückentukan. Hier bin ich, hier bleibe ich ... Auch Waschbären tummeln sich am Pool herum ... In einer landestypischen Lodge gibt es lecker Abendessen in Buffetform, danach träume ich vom Wildlife ...

Freitag, 23.12.
Da wir bereits um 19.00 Uhr an der Matratze gelauscht hatten, fällt es uns nicht schwer um 05.30 Uhr aufzustehen. Bei Sonnenaufgang um 06.00 Uhr spazieren wir mit einem Guide durch die Anlage und er zeigt uns etliche Vögel. Den echten Brüller erleben wir dann beim Frühstück.
Die in den Bäumen herumtollenden Affen sind nicht zu übersehen. Werners Frühstück wird dann von einem Augenpaar in Augenschein genommen, das zu einem Nasenbär gehört. Seine ganze Familie turnt im angrenzenden Wald herum. Auch Waschbären schauen, was es abzustauben gibt. Natürlich fütten wir nichts. Die Tiere bekommen vom Hotel Obst, damit sie nicht zu viel vom Buffet klauen und an falscher Ernährung verenden.
In der Nähe unseres Bungalows entdecke ich auch noch eine Schlange beim Sonnenbaden. Ja, ich denke, der Veranstalter hat nicht zuviel versprochen. Am Vormittag besuchen wir noch das Schmetterlingshaus. Der Aufseher erklärt begeistert alles über seine Schützlinge. Hier kann Werner auch endlich einen Morpheus fotografieren. Diese schillernd blauen Schmetterlinge gibt es hier zuhauf. Es folgen weitere Pirschzüge, Baden, Schnorcheln, Pina Coladas und Daiquiris.
Für Tierliebhaber wie uns, gibt es viel zu entdecken. Getrübt wird unsere positive Stimmung zum Hotel etwas, weil nahezu überall Autos in der Anlage rumfahren dürfen, auch von Gästen.
Animation und Halli Galli am Pool finden wir hier fehl am Platz, dies und die Autos stören die Idylle hier nur. Statt die Gäste zu bespaßen, wäre es hier eine super Gelegenheit das Interesse an Natur und Tieren zu wecken.

Samstag, 24.12 Weihnachten
Unser schönstes Geschenk haben wir schon früh am Morgen bekommen. Ein Arapaar bei der Futtersuche hautnah beobachten zu dürfen, gehört heutzutage zu den besonderen Geschenken, die man nicht kaufen kann. Atemberaubend wie sie dann nach einer großartigen halben Stunde nebeneinander gen Regenwald geflogen sind. Dies kann man nicht mit Worten beschreiben. Werner hat unglaubliche Aufnahmen gemacht. Sensationell ist auch, dass alle Beobachtungen ohne lästige Stechviecher genossen werden konnten.

Gegen 12.30 Uhr starten wir in ein neues Abenteuer. Ein Taxi bringt uns nach Puerto Caldera. Nach 30 km liegt sie vor uns: Die WIND STAR. Ich habe diesmal ganz nach Gefühl gebucht, ohne vorherige langwierige Recherchen, ich habe keine Ahnung was uns erwartet. Carlos begrüßt uns. Formalitäten wie immer, aber dann gleich in die Kabine 111. Sehr geräumig, 2 Bullaugen, riesiges Bad, Minibar, unser Reich für eine Woche. 4 Decks warten auf unsere Erkundung.
Mittagessen nach Wunsch vom Buffet oder à la carte. Essen im Freien auf Deck 4 möglich, zum Glück. Ich lasse mir einen Cesar Salad munden und eine Eiscreme mit einer sagenhaften Karamelsoße.
Auf dem gleichen Deck vorne befindet sich auch die Brücke "open bridge" welcome on board. An Seetagen kann jeder auf die Brücke, Bordsprache englisch. Im hinteren Bereich befindet sich eine Bar mit kleinem Buffet für Nachmittagskaffee und Kuchen, freundlicherweise auch im Freien. Hier ist auch ein kleiner Erfrischungspool und ein paar Liegen, nicht zu vergessen John, der Alleinunterhalter.
Darunter indoor dann die Rezeption, ein kleiner Shop, die Lounge, eine Bibliothek, Casino und das Restaurant für das Abendessen. Alles recht überschaubar und gemütlich bis auf die unterirdischen Temperaturen. Die Amis lieben es tiefgekühlt. Von angenehmen 30 Grad außen muss man innen durch gefühlte 19 Grad durchs Treppenhaus zur Kabine. Aufzug gibts nicht. Braucht man ja auch nicht bei 4 Decks. Bei der obligatorischen Seenotrettungsübung stellt sich heraus, wir sind die einzigen Deutschen, 2 Kroaten noch, 2 Brasilianer, der Rest englischsprachig: Kanadier, Amis, auch ein Trupp Aussies.Finde ich super gut: Tagsüber spanisch pflegen an Land und auf dem Schiff englische Konversation. Wir melden uns zum Candle Light Dinner am selben Abend am Pooldeck an.
Um 18.00 Uhr laufen wir aus, speisen am Pool und betrachten vorne am Deck die Sterne.

Sonntag, 25.12. Merry Christmas, Seetag
Früh weckt uns der beginnende Tag durch die Bullaugen. Um 06.00 Uhr stehen wir an Deck. Werner plaudert mit dem wachhabendem Offizier. Es gibt wohl desöfteren die Chance Wale und Delfine zu entdecken. Die Jagdlust ist wieder geweckt. Werner kriegt die ersten Aufnahmen von Delfinen und ist glücklich. Um 07.00 Uhr speisen wir natürlich im Freien und bedienen uns am Buffet. Essen americanstyle, also absolut kalorienlastig, aber lecker, zumindest für eine Woche.
Softdrinks wie Ginger Ale, Wasser, Cola, Tonic etc. und auch Cappuccino sind inklusive. Die restlichen Getränke haben einen stolzen Preis, aber wir sind ja genügsam.
In der Lounge gibt es Vorträge von Carlos, einem Biologen aus Costa Rica. Er stellt die Route und die Ausflugsmöglichkeiten vor. Wir wollen immer auf eigene Faust los, schließlich bin ich ja der spanischen Sprache mächtig. Um 17.00 Uhr geht die Sonne über dem Meer unter. Der Kapitän begrüßt uns später bei leckeren Häppchen in der Lounge. Danach gibt es Weihnachtsessen. Das Restaurant ist uns erheblich zu dunkel und zu kalt. Nach etwas Sternegucken behalten wir unseren Rhythmus bei und gehen früh zu Bett.

Montag, 26.12.
San Juan del Sur, Nicaragua 07.00 - 18.00 Uhr

Heute sammeln wir einen Länderpunkt. Wir fahren mit dem ersten Tenderboot und betreten das erste Mal nicaraguanischen Boden. Im Ort herrscht tiefste Ebbe. Wir scheuchen ein paar Seevögel auf, bestaunen den zweitgrößten Jesus auf dem Berg und schlendern über eine Art Golden Gate Fußgängerbrücke zurück zum Ort. Wir heuern einen Taxifahrer an. Unser Ziel der Mighty Masaya Vulkan. Laut Ausflugsprogramm ein 6-stündiger Ausflug. Das sollten wir also gut schaffen. Wir tauschen Geld, Dollar sind unbedingt zu empfehlen, auch für Costa Rica.
Wir machen einen ersten Fotostop an einem gigantischem See mit zwei Vulkanen. Irgendwann erreichen wir bei besten Wetterbedingungen den Vulkan, entrichten unser Eintrittsgeld und besteigen den Berg. 2 leicht zu erklimmende Wege belohnen mit atemberaubenden Aussichten. Die Luft ist leicht schwefelhaltig durch ein paar Wölkchen, die der Vulkan ausspuckt. Natürlich sind auch jede Menge Leute unterwegs. Nach dem Besuch des Visitor Centers fahren wir zurück. Unser Fahrer bringt uns noch auf den Berg zum Jesus. Nach einem kurzen steilen Anstieg hat man einen super Ausblick auf San Juan de Sur und sieht die Statue hautnah. Danach geht's zurück an Bord. Wir stürmen das Kuchen- und Snackbuffet. Nach diesem ereignisreichen Tag schlafen wir schon früh tief und fest.

Dienstag, 27.12.
Playa del Coco, Costa Rica, 08.00 - 15.00 Uhr

In aller früh halten wir wieder Ausschau nach Walen und Delfinen und genießen den Sonnenaufgang ganz alleine. Heute werden wir mit den Zodiacs, das sind die schiffseigenen Schlauchboote, an Land gebracht. Eine sogenannte "Wet Landing", man bekommt halt nasse Füße beim Aussteigen. Aber wir sind ja keine Weicheier...
Der Ort ist absolut touristisch. Mit einer horrenden Anzahl an Souvenirs und all dem Tourikram. Das nervt Werner. Wir befolgen den Rat eines Deutschen an einem Touriinfostand und nehmen ein Taxi. Der nebenan liegende Strandabschnitt Ocotal ist viel schöner, auch der Strand ist besser und bei weitem nicht so überlaufen. Wir spazieren am Strand entlang. In den Bäumen entdecken wir Papageien, sogenannte Unzertrennliche denke ich. Viele kleine und große Echsen rascheln im Gebüsch. Und ein weiterer Höhepunkt: Werner lichtet einen Mot-Mot ab, wie sich später herausstellt, der Nationalvogel Nicaraguas. Diese Vogelart ist besonders wegen ihren beiden langen Schwanzfedern, die man erst bei näherer Betrachtung entdeckt. Die Hitze wird stärker und mittags bewegt sich nichts tierisches mehr, also fahren wir zurück. Wir stürmen das Mittagsbuffet noch geradeso an Bord und genießen die Weiterfahrt. Ab und zu werden wir umkreist von Fregattvögeln und sogenannten Brown Boobies, ganz lustige Gesellen. Werner ist inzwischen als Fotograf bekannt und unter den Gästen herrscht reger Austausch über Fotos und Erlebnisse. Wir entdecken Delfine und supergut einen Wal, der in der Nähe des Schiffes im Wasser rumturnt.

Mittwoch, 28.12.
Quepos, Costa Rica, 08.00 - 20.00 Uhr

Anlässlich unseres 26-jährigen Kennenlerntages, stehen wir wie immer bald auf, aber eben etwas später und ich traue meinen Augen nicht: Ich werfe einen Blick durchs Kabinenfenster und genau vor unseren Bullaugen zieht ein Wal vorbei. Werner stürmt das Deck und ist wie immer unzufrieden, wenn er zu spät zum Fotografieren kommt.
Beim Studieren unseres Reiseführers haben wir gelesen, das Quepos der Ausgangspunkt für den berühmten Manuel Antonio Nationalpark ist. Weiter stand da auch zu lesen, meiden sie den Besuch zwischen Weihnachten und Silvester. Nun ja der 28.12. befindet sich nunmal genau dazwischen. Wir nehmen das erste Tenderboot und laufen ca. 15 min in den Ort ein. Statt Bus nehmen wir kurzfristig ein Taxi, um keine Zeit zu verlieren. Nach ca. 12 km erreichen wir Manuel Antonio, also den Ort. Viel touristischer, sprich viel schlimmer gehts nimmer. Unser Taxi kämpft sich zum Eingang des Nationalparks vor. Wir wurden ja schon vorgewarnt, aber das übertrifft alle unsere Vorstellungen. Am Eingang stehen gefühlte 200 Leute. Es werden pro Tag nur 500 Besucher in den Park gelassen, was ja prinzipiell richtig ist. Da der Park schon um 07.00 Uhr öffnet, war auch klar, das die Freaks schon drin sind. Aber es erschien auf den ersten Blick überhaupt aussichtslos reinzukommen. Wer geht schon früher raus, wenn er Eintritt bezahlt hat und macht Platz für neue Eroberer?
Es mag Masche sein, oder guter Geschäftssinn, ein Tico spricht uns an. Er gibt sich als Guide aus, sieht auch hochoffiziell aus und bietet eine geführte Tour an. Bei einem anderen Eingang kommt man sofort rein mit vorgebuchter Tour. Also bezahlen wir eine stolze Summe und folgen einer kleiner Gruppe in den Pak hinein. Heerscharen von Menschen sind unterwegs. Gruppe an Gruppe folgt einem kleinen Weg am Meer entlang durch den Regenwald. Das besondere am Manuel Antonio ist nun mal das der Regenwald noch bis zum Meer reicht. Sicherlich, wenn man dies nicht zum Nationalpark erklärt hätte, würde es hier auch schon anders aussehen. Aber sieht so Naturschutz aus? Unsere Stimmung steigt, wir nabeln uns nach einer halben Stunde von der Gruppe ab, es geht sowieso nichts vorwärts. Wenn ich heute hier im Wald Tier wäre würde ich auch unbeweglich hoch oben im Baum sitzen und warten bis sich die Meute wieder verzogen hat. Überall Menschen beim Picknick, beim Baden, unterwegs mit riesigen Coolern, also Kühltaschen, wie kurz vor der Hungersnot.
Wir finden einen unbequemeren Weg und erhoffen uns hier bessere Chancen, etwas Ruhe zu finden. Der Weg endet leider im Nichts an einem Berghang. Verschwitzt, enttäuscht und gereizt, werden wir dann doch belohnt: Über uns brüllt ein Affe, richtig, ein sogenannter Brüllaffe. Ob er seinen Unmut mit seinem Gebrüll kundtut, weiß ich nicht. Vielleicht ruft er auch nur sein Weibchen? Es besteht auf jeden Fall kein Zweifel an der Männlichkeit dieses Tieres. Nun gut, unsere Stimmung steigt wieder. Unser erster Brüllaffe aus nächster Nähe. Anhand einer Menschenmenge, die gebannt auf einen Baum hochstarrt, entdecken wir noch ein Faultier mit Nachwuchs im Baum. Ein sehr fotogenes Wesen, das sich im Zeitlupentempo von Ast zu Ast bewegt. Für Ungeübte sicher ein Traum, dort wo alle stehen schaue ich halt auch mal... Bei einem Faultier funktioniert das ja auch gut, es hat ja auch seinen Namen nicht zu Unrecht. Ansonsten beschließsen wir die Flucht und laufen zum offiziellen Ausgang gefühlte 5 km auf einer befestigten Straße entlang. Immer noch stürmen uns Massen mit Kühlboxen entgegen. Dies, muss ich allerdings sagen, war die einzige negative Erfahrung in diesem sonst sehr freundlichen Land. Oder am falscher Tag am falschen Ort..
Wir laufen noch weiter zur Straße an etlichen Hotels vorbei. Wir genehmigen uns ein kühles Blondes. Wenigstens hält genau in dem Moment genau vor uns der Bus und wir fahren günstigst zurück. Da wir keinen Bock mehr haben, genehmigen wir uns für die letzten Kilometer ein Taxi.
Durch die Zeitersparnis kommen wir wenigstens noch in den Genuss von gekühltem Eistee und einem hervorragendem Mittagsbuffet. Eine unglaubliche Ruhe herrscht auf dem Schiff besonders vor der Brücke. Ausgeruht und frisch geduscht können wir wenigstens das hervorragende Barbecue Dinner unterm Sternenhimmel genießen. Hier hat sich die Küche mächtig ins Zeug gelegt und ums Pooldeck herum alle Köstlichkeiten der Welt gezaubert. Ein sehr versöhnlicher Tagesausklang! Kapitän Mark Boylin und Hotelmanager Matteo Martini können stolz auf ihre Crew sein. Angenehm ist natürlich auch, dass von 150 möglichen Gästen nur 110 da sind, also das Schiff nicht ausgebucht ist. Bei ungefähr 75 Personen Personal dazu schon ein unglaubliches Verhältnis. Wir werden rundum verwöhnt. Also doch frohe Weihnachten!

Donnerstag, 29.12.
Drake Bay, Costa Rica 08.00 - 17.00 Uhr

Laut Reiseführer und Carlos erwartet uns heute wieder ein einmaliges Naturerlebnis. Wir haben heute wieder eine wet landing. Das Zodiac bringt uns zu einem Hotel. Klingt jetzt schlimm. Dieses Hotel kann aber auch nur auf dem Wasserweg erreicht werden, wie die gesamte Bucht. Von hier aus geht ein Weg durch den Regenwald über eine Hängebrücke zum Strand oder zu anderen Häusern. Die ganze Gegend ist nur mäßig bewohnt, daher sehr ursprünglich, also was für uns.
Wir bestaunen ein tolles Mosaik am Hotel und lassen uns den Weg zur Brücke zeigen. Die Geräuschkulisse am frühen Morgen ist spektakulär, ebenso wie die Pflanzen. Wir können Vögel mit gelben Bäuchen oder roten Bäuchen entdecken, Spechte mit rotem Kopf und ein paar Geckos. Am Strand turnen die Affen herum. Man läuft über, die wirklich sehenswerte Brücke, dann linkerhand zum Strand, nochmal etwas abenteuerlich ein Stück den Hang hinunter eine gute Stunde. Selbst ein paar Amis haben es bis hierher geschafft, als wir allerdings schon wieder den Rückweg antreten. Am Strand gibt es noch zu erwähnen, dass unglaublich viele kleine Krebse dort herumgekrabbelt sind.
Wieder am Hotel zurück, wollte Werner eigentlich zurück zum Schiff und endlich mal die Wassersportplattform testen. Wegen der Ebbe hatte das Zodiac allerdings seine Probleme und so schlendern wir noch durch die Anlage hindurch zu einem anderen Strandabschnitt. Hier sind auch Einheimische und Touristen, der sogenannte Schiffsbahnhof. Werner heuert ein Boot an und will unbedingt zu den Mangroven fahren. Ich hasse kleine Boote. Nach gefühlten 20 km rasanter Fahrt übers Meer, die Werner genießt und ich schon tausendmal geflucht habe, warum ich nur mitgefahren bin, erreichen wir den Fluss. Die Wurzeln der Mangroven ragen wegen der Ebbe weit aus dem Wasser heraus. Unser Bootsmann kann einen großen Leguan entdecken. Werner fotografiert blaue Reiher. Landschaftlich toll, für Tiere die falsche Tageszeit. Zum Glück können wir direkt zurück zum Schiff fahren. Mein Magen ist am Ende. Nach Kaffee und Snacks ruft das Bett.

Freitag, 30.12.
Curu 07.00 - 12.00 Uhr und Tortuga Island 13.00 - 17.00 Uhr

So der letzte Tag am Schiff ruft.
Curu ganz nach meinem Geschmack: Ein wilder Weg durch den Regenwald. Ein Spider Monkey sitzt am Weg. Nach 5 min tollen in den Bäumen vor uns ein paar Nasenbären herum. Verrückt, ganz oben in einer Palme, da hätte ich sie nun wirklich nicht vermutet. Der Weg ist von allen bisher der Beste: Ein wenig Mangroven mit Krabben, viele Wasserläufe, toller Wald. Vor unserer Nase flattern die blauen Schmetterlinge vorbei, nicht nur einmal. Auch andere Falter können wir entdecken. Ein weiterer Mot-Mot sitzt im Baum. Brüllaffen sind zu hören. Eine ganze Affenbande tollt einmal um uns herum, ganz ungestört. Und Werner sieht endlich seinen Basilisk; ein kleiner lustiger Leguan, der schnell übers Wasser laufen kann. Deswegen wird er auch Jesus Christ Lizard genannt. Auch ein Greif pfeift über das Wasser. Nur auf die Frösche muss Werner noch warten... Nach einem tollen Spaziergang sehen wir am Camp am Strand noch Brüllaffen Obst naschen. Und ich werde von einem so süßen Nasenbären verabschiedet.
Tortuga Island liegt nahezu nebendran. Nach einer Stunde legen wir dort an. Angeblich die schönste Insel Costa Ricas. Als sich unser Zodiac der Insel nähert, will ich gleich wieder zurück.
Hunderttausend Menschen sind mit Booten hierhergekarrt worden, um sich hier einen schönen Strandtag zu machen. Der Strand ist zweifelsohne der weißeste Costa Ricas. Aber sonst wie der Ballermann. Werner geht schnorcheln. Nachdem man den Strand nicht ins Landesinnere verlassen darf, fliehe ich wieder aufs Schiff. Gut, dass wir mittags hervorragend auf dem Schiff gespeist hatten und ich so das Strandbarbecue meiden konnte.
Am Abend verabschiedet sich der Kapitän von den Gästen mit ein paar netten Anekdoten. Wir nutzen den Zimmerservice und speisen am letzten Abend auf der Kabine, auch das ist möglich. Das letzte Auslaufen zu "Conquest of Paradise".

Samstag, 31.12.
Puerto Caldera, Silvester

Unglaublich, aber wahr, alle müssen bis 08.30 Uhr das Schiff verlassen. Dennoch genießen wir ein ausgiebiges Frühstück. Eier Benedict kann ich nur empfehlen. Durch Zufall nimmt uns der Hafenagent mit zurück nach San Jose, so dass wir kein Taxi brauchen. Nach ca. 1,5 h Fahrt erreichen wir das Country Inn Hotel. Hier bleiben wir noch 2 Nächte. Nichts Besonderes hier, ganz netter Garten, ruhig und zentral. Wir fahren mit dem Bus in die Stadt, die Haltestelle befindet sich freundlicherweise 100 m weg. Nach einer halben Stunde steigen wir nach Gefühl aus. Viel Positives und Sehenswertes haben wir nicht gehört von der Hauptstadt. Wir schlendern durch die Fußgängerzone. Es herrscht reger Betrieb, eine Art Schlussverkauf zum Jahresende.
Auch in der Stadt sind ein paar grüne Papageien nicht zu überhören. Es hat ein paar nette Gebäude, schöne Mosaiken an ein paar Stellen, ein paar quadratische Grünflächen zwischendurch, aber nichts Besonderes. Ein Hotel im alten Stil mitten in der Stadt ist hervorzuheben. Dies eignet sich auch hervorragend für einen Boxenstop. Wir unternehmen eine Fahrt mit einer Bimmelbahn durch die Stadt, das ist ganz nett. Den Taxifahrer muss Werner dann mit dem GPS zurück zum Hotel lotsen, obwohl es zentral an einer großen Straße liegt.
17.00 Uhr Silvester in Deutschland. Wir rufen an und verschlafen den Rest des Tages vor dem Fernseher.

Sonntag, 01.01. Prost Neujahr
Gut ausgeschlafen und nach einem sehr leckeren Costa Ricanischen Frühstück allein im Hotel. Wer steht an Neujahr auch um 07.00 Uhr auf?! ... wir haben noch einen Tag zur freien Verfügung.
Wir fahren mit dem Bus zum Flughafen. Es gibt keine Mietwagen und schon garnicht für einen Tag. Ein netter Mitarbeiter von Dollar empfiehlt uns einen Ausflug. Er ruft seinen Bekannten an. Eine halbe Stunde später sitzen wir bei Francisco und seiner Frau in einem neuen Toyota Bus. Die Fahrt führt durch Kaffeeplantagen durchs Hochland mit Hollsteiner Friesen zum Vulkan Poas. Wir laufen eine halbe Stunde zum Aussichtspunkt, aber vom Krater nichts zu sehen. Wolkenverhangen!!! Aber einen kleinen Moment besinnt sich der Himmel und wir können doch einen Blick hinein erhaschen. Der Wind bläst und wir verzichten auf den Kratersee.
Francisco fährt uns zu den Lapaz Waterfall Gardens einem Hotel (Peace Lodge) Nature Park und Wildlife Resort, seinem Geheimtipp. Der Himmel ist grau und Werner ist skeptisch. Er bezahlt aber doch den horrenden Eintrittspreis. Wir landen bei unserem Rundgang zuerst in einer Tukan Freiflughalle. Super gut, Werner kann tolle Aufnahmen machen und entspannt sich. Es folgt eine Schmetterlingshalle, weitere Volieren und Gehege für Puma, Ozelot und Panther. Der Besitzer möchte den Menschen die einheimischen Tiere näher bringen, das gelingt gut. Auch Kolibris kann man sehr gut beobachten. Und Werner kriegt endlich sein Froschhaus. Man geht in einen Raum und muss die Frösche selber suchen. Natürlich ist ein Aufseher dabei und passt auf. Sehr gut gelungen. Es folgt ein toller Weg zu mehreren Wasserfällen. Da wir nur noch eine Stunde bis zur Dunkelheit haben und auf dem Schild steht, ab hier 45 min bis zum Shuttle Bus müssen wir uns sputen. Es gibt hier viel zu entdecken und der Eintrittspreis ist absolut gerechtfertigt. Für gute Qualität und artgerechte Gehege zahlen wir gerne. Francisco wählt eine spannende Route zurück nach San Jose. Die Sonne geht fantastisch unter, der Himmel leuchtet, Costa Rica verabschiedet sich von uns "que lindo", wie es auf spanisch heißt und Francisco mit den Worten "con mucho gusto".

Costa Rica, Pura Vida, wir sehen uns bestimmt wieder.

Montag, 02.01. Heimflug
Früh geht's zum Flughafen, ist ja gleich ums Eck und die Condor fliegt uns wieder nach good old Germany

Dienstag, 03.01. back at home
Costa Rica, ein Traum für Naturliebhaber und solche, die gerne Tiere gucken gehen...