Ein Reisebericht von:

Dunja

 

Mittwoch, 12. Oktober
Am frühen Morgen treffen wir den größten Teil der Gruppe in Schweinfurt und beginnen unsere Reise mit der Bahnfahrt nach Frankfurt. Am Flughafen treffen zum 1. Mal alle aufeinander und es geht mit Condor ab nach Holguin. Dort angekommen, stoßen unser Reiseführer Valentin und der Busfahrer Carlo dazu, und die beiden bringen uns in das noch sehr ursprüngliche Gibara. Unser Hotel Ordono ist ein sehr schönes, renoviertes Kolonialgebäude mit äußerst nettem Personal! Dort bleiben wir für 2 Nächte. Am Abend geht es ins Restaurant La Perla, das nur ein paar Schritte vom Hotel entfernt ist und wir lassen uns den 1. Hummer und andere Köstlichkeiten schmecken!

Donnerstag, 13. Oktober
Bei unserem Rundgang durch das verschlafene Gibara entdecken wir eine Tabakfabrik, bei der man noch durch die offenen Fenster bei den Arbeiten zuschauen kann! Zum Einstimmen gibt es dann noch eine Pina Colada in einer kleinen Casa Particular. Am Mittag geht es zum 1. Ausflug der Reise: Tanque Azul! Nach 1 h Fahrt für ca. 15 km und 1,5 h Wanderung durch die Mangroven erreichen wir das Wasserloch in einem leider nicht gerade gutem Zustand. Unsere Badesachen bleiben in den Taschen und wir kämpfen uns schnell durch den Rückweg, um nicht von den Mosquitos ausgesaugt zu werden. Mit Cuba Libre aus der "Gemeinschaftsflasche" wurde auf der Rückfahrt die Stimmung wieder gehoben und wir nehmen später ein Abendessen mit wunderbarem Blick über Gibara zu uns.

Freitag, 14. Oktober
Bevor es los geht, warten wir mit ca. 30 Einheimischen bis der Laden gegenüber auf macht, und wir werden vor den Einheimischen rein gelassen – komisches Gefühl! Über Holguin, wo wir einen kleinen Stadtrundgang machen, geht es weiter bis Biran. Dort ließen sich einst die Eltern von Fidel Castro nieder. Wir besichtigen das Geburtshaus, die Finca Manaca und alles was sein Vater damals aufgebaut hatte. Auf dieser Fahrt machen wir einen kurzen Stopp am Zuckerrohrfeld und ein Bauer, der gerade mit seiner Machete Futter am Straßenrand holt, schneidet uns ein paar Stangen zum Probieren zurecht – ein süßes Kauvergnügen! Nachmittags erreichen wir Santiago de Cuba. Wir übernachten für 4 Nächte im 4* Hotel Melia Santiago und nehmen am 1. Abend unser Abendessen dort zu uns – leckeres Buffet mit reichhaltiger Auswahl. Eine Tanzshow in der Skybar hält unsere Blicke so fest, dass wir uns nicht entscheiden können, ob die Show oder der fantastische Rundblick über Santiago de Cuba besser ist.

Samstag, 15. Oktober
Eine Tour durch Santiago steht auf dem Programm: Revolutionsplatz, Moncada-Kaserne, Santa Ifigenia (sehr sehenswerter Friedhof, auf dem Fidel Castro und José Marti beerdigt wurden) und die Festung El Morro. Mit dem Boot geht es zur Cayo Granma ins Restaurant El Cayo. Kaum dort, schnappt sich "unsere Jüngste" die Rasseln und wir haben zusammen mit der Band ein unterhaltsames, schmackhaftes Mittagessen. Gut gestärkt fahren wir in einem von uns gechartertem 50er Jahre Bus, der eigentlich nur Einheimische transportiert, nach Siboney an den Strand um endlich ins Karibische Meer einzutauchen. Unser Abendessen, zu dem uns alle Sabine eingeladen hat, nehmen wir unweit der Treppe Padre Pico ein. Wenn man die Stufen hinter sich hat, wird man mit einem herrlichen Blick auf das Viertel mit seinen bunten Häusern belohnt. Natürlich darf der Abend nicht ohne einen Besuch in der Casa de la Trova enden, dort tanzen, trinken und rauchen wir, bis das Bett uns ruft.

Sonntag, 16. Oktober
Einer der schönsten Ausflüge auf die idyllische Ranch von Familie Pepin mit einer herzlichen Gastfreundschaft stand an. Fast jeder schwang sich in den Sattel und drehte ein paar Runden auf dem Rücken der Pferde. Der eigens entwickelte Cocktail mit frischem Bitter-Orangensaft – direkt auf der Koppel zubereitet - schmeckte in dieser herrlichen Umgebung fantastisch. Zurück im Garten von Pepin wurde dieser jedoch noch getoppt! Die Hausherrin servierte einen Lammeintopf, der unglaublich köstlich war und rundete alles mit hauseigenem Kaffee ab. Der Abend wurde in der La Claqueta Bar, in der 11 Musiker eine wahnsinns Lautstärke veranstalteten, beendet. Leider nieselte es etwas, so dass das Tanzen etwas schwer viel.

Montag, 17. Oktober
Mit diversen Geländewagen fahren wir in den Nationalpark Gran Piedra. Wir durchwandern den farbenfrohen botanischen Garten und besichtigen die alte Kaffeehacienda La Isabélica, wo man auch einen Eindruck ins Sklavenleben bekam. Wer Lust hatte erklomm die 500 steilen Stufen bis zum Gipfel auf 1.274 m, und erhaschte einen kurzen traumhaften Panoramablick bevor die Nebelwand alles verschlang. Die etwas weniger lauffreudigen, nahmen solange am Fuße des Big Rock im Restaurant schon mal Platz und sicherten die Plätze fürs Mittagessen. Nachmittags vertrieben wir uns, wie die letzten Tage auch, die Zeit am Hotelpool und nutzten die Happy Hour aus! Die Tanzshow und die Drinks auf der Dachterrasse des Hotel Casa Granda und das Oldtimer-Taxi beendete unseren Tag.

Dienstag, 18. Oktober
Richtung Sierra Maestra fahren wir bis zum Wallfahrtsort El Cobre mit dem Schrein der Nationalheiligen. Ein Priester vor Ort begrüßt uns und erklärt die Kirche. Weiter bis zum Wasserfall El Saltón, wo wir eine Wanderung zu einer Berg-Kaffeebauernfamilie unternehmen. Wir besichtigen "Haus und Hof" der Familie und hüpfen nach einer weiteren Tour vorbei an Kakao, Kaffee, Guaven, Limetten zur Abkühlung ins kühle Wasser. Unser Reiseleiter Valentin hat uns nur verschwiegen, dass es nicht nötig ist, die Badesachen durch den Dschungel zu schleppen, da der Wasserfall gleich "um die Ecke" des Parkplatzes ist. Die Fahrt der nimmersatten Gruppe geht mit dem Schrei nach Happy Hour bis Bayamo. Wir rattern in Kutschen durch holprige Gassen, in denen wir sonst wohl nie gelandet wären, und fühlen uns um Jahre zurückversetzt. Check-in im staatlichen Royalton mit dem Charme der Kolonialzeit. Ein Teil aß leckere Schnitzel im Hotel, der Rest ging ins La Bodega und ließ es sich dort schmecken. In der Casa de la Trova hatten wir das Glück Eliades Ochoa vom Buena Vista Social Club zu erleben – ein begnadeter Sänger und Gitarrist.

Mittwoch, 19. Oktober
Nach einer kurzen Besichtigung der Häuser rund um den Platz unseres Hotels geht es weiter nach Camagüey. Eine Bicitaxi-Tour mit diversen Stopps stand an, nur die berühmten Tinajones haben wir nicht entdeckt. Der nächste kurze Halt ist Sancti Spiritus, dort ist außer uns kein Tourist zu sehen und wir schlendern durch die Fußgängerzone. Noch bevor wir in Trinidad unsere Casas Particulares beziehen, gehen wir gemeinsam im Cubita essen und erleben dort wieder einmal, wie schmackhaft man auf Kuba essen kann, und dazu noch einen super Service bekommt!

Donnerstag, 20. Oktober
Durch das charmante, gepflasterte Trinidad führte uns Valentin von der Plaza Mayor über das Museo de Historica Municipal, in dem man den Turm unbedingt ersteigen sollte um den traumhaften Blick über die Dächer bis hin zum Meer genießen sollte. Ein Bummel über den Markt und dann mit dem Taxi zum Strand Ancòn. Im Innenhof des Restaurant Sol y Son, ein wahnsinnig gemütliches Lokal, mit alten Möbeln, Tellern, Tassen und sonstigen zusammengetragenen Teilen, essen wir wieder einmal vorzüglich!

Freitag, 21. Oktober
Ein Teil von uns lässt sich im Santeria-Tempel vom Priester den von Afrika mitgebrachten Glauben erklären. Später beim Tanzkurs lernen wir unter triefenden Kleidern die ersten Tanzschritte des Salsa. Zum Glück haben wir zwei Könner dabei und stehen so nicht alle komplett steif im Raum. Spaß haben wir trotzdem und sind natürlich mächtig stolz auf unser filmreifes Können! Am Abend verewigen wir uns alle, wie schon viele andere vor uns, im Guitarra Mia mit Namen und unserer Teresa am Türrahmen. Nach dem hervorragendem Essen bekommt noch jeder eine Zigarre geschenkt. Zusammen sitzen wir noch auf der Treppe am Plaza Mayor, rauchen unsere Zigarren und trinken auf unsere Rum-Reise!

Samstag, 22. Oktober
Auf dem Weg durch das Tal der Zuckermühlen halten wir am 52 m hohen Torre de Iznaga. Von oben hat man eine sehr gute Weitsicht. Der Turm diente früher der Beaufsichtigung der Sklaven. Etwas weiter halten wir bei einer Bauernfamilie und bekommen einen informativen Rundgang über die Felder und einen feinen Kaffee zum Abschied. In Santa Clara machen wir einen Rundgang am Che-Monument und besuchen seine letzte Ruhestätte. Unser Hotel Los Caneyes hat einen überchlorten Pool und teure Cuba Libre, aber wir bleiben ja auch nur eine Nacht. Bevor es zum Schlafen geht, fahren wir mit Taxi-Vespas, die je einen Anhänger für 6 Personen haben, ins Sabore Arte. Dort essen fast nur Einheimische, es ist super lecker, sehr günstig und ich habe den besten Frozen Daiquiri meines Lebens getrunken! Am Parque Vidal ist noch die Hölle los und wir trinken unsere mitgebrachte Mischung.

Sonntag, 23. Oktober
Die lange Fahrt nach Vinales haben wir uns mit Käse, der am Straßenrand verkauft wird, verschönt. Toll, wenn sich immer mal wieder Spender finden, die für die ganze Gruppe sorgen. Ist auch kein Problem mal kurz auf der Autobahn zu halten und sie zu Fuß zu überqueren, schließlich sind auch Ochsenkarren, Fahrräder und natürlich Pferde dort unterwegs. Den ersten Eindruck von Vinales bekommen wir auf der Aussichtsplattform – WOW! Bei einem Tabakbauern wird uns gezeigt, wie die Zigarren gedreht werden und einer darf sogar selbst ran. Wer möchte kann sich anschließend noch bei weißem oder schwarzen Kaffee im Haus der Familie ein paar Zigarren kaufen. Nach dem Bezug der unterschiedlichen Casas Particulares geht’s zum italienisch angehauchten Abendessen ins Dorf.

Montag, 24. Oktober
Wir wandern durch die wunderschöne Landschaft an Mogotes vorbei in eine Höhle mit hunderten Fledermäusen und ein herrlicher Ausblick folgt dem nächsten. Ein Tabakbauer gibt uns einen Einblick in seinen Alltag und dreht ein paar Zigarren für uns. Beendet wird die Wanderung an einer kleinen Hütte mit einem grandiosen Pina Colada. Die Rumflasche wird zum Nachfüllen einfach mit auf den Tisch gestellt. Etwas außerhalb in der Finca El Paraiso machen wir einen Rundgang über die biologisch angebauten Früchte- und Gemüsebeete. Eine gute Sache, aber es ist dort schon zu touristisch für uns! Abends essen wir sehr gut im Balcones del Valle. Wir sind extra etwas früher hin um den Blick über das Tal genießen zu können, sooo schön. Später blieb noch etwas Zeit um im Ort in eine Tanzbar zu gehen. Das ist einfach Pflicht!

Dienstag, 25. Oktober
Richtung Havanna machen wir als erstes einen Stopp in einer Rumfabrik – hatte etwas von einer Kaffeefahrt, unser Valentin will ja auch was verdienen. Die Zigarrenfabrik Francisco Donatien entschädigte uns jedoch. Die Vorschriften dort sind sehr streng, der gute Geruch und die einzigartige Atmosphäre einfach top. Mittags ist ein Halt in Las Terrazas angesagt. Wir spazierten durch die etwas in die Jahre gekommene Künstlerkommune und tranken im Cafe De Maria diverse Kaffeespezialitäten. An den Banos del San Juan aßen wir zu Mittag und wer Badesachen dabei hatte, sprang mit Freude rein. In Havanna angekommen, bezogen wir unsere Casas Particulares mitten in der Altstadt. Auf der Plaza Vieja essen wir im La Factoria, einem Restaurant mit Fleischspießen und Bier in Säulen.

Mittwoch, 26. Oktober
Die Casa Habana ist etwas überfordert, zu viele wollen zur gleichen Zeit frühstücken. Bei der Stadtführung klappern wir die Highlights der Altstadt ab und trinken auf der Dachterrasse des Hotel Ambos Mundos, in dem das Zimmer Hemingways als Museum zu besichtigen ist, eine Kleinigkeit. Die nächsten 2 h gehören uns in Straßenkreuzern aus den 50er Jahren. Ein absolutes Highlight der Reise! Wie ein Haufen kreischender Teenager fahren wir mit Zigarre und Rum bewaffnet, ganz entfesselt im Cabrio durch die unterschiedlichen Viertel Havannas. Überglücklich gehen wir am Abend um die Ecke ins modern eingerichtete Donde Lis und sind wieder einmal begeistert. Ein sehr aufmerksamer, unterhaltsamer Kellner und zum Essen Hummer in Schokoladensauce, Octopus auf Avocadocreme und sonstige Köstlichkeiten – mmmh

Mittwoch, 27. Oktober
In San Francisco de Paula schauen wir uns Hemingways Haus mit Garten an, und fahren mit dem Bus weiter zur Playa del Este um unsere Badesachen auszupacken. Leider macht das Wetter nicht ganz mit, doch wir albern trotz roter Fahne in den Wellen und haben unseren Spaß. Die mitgebrachten Flaschen mit Cola und sonstigem geben den Rest dazu. Unser äußerst feines Abschlussessen, mit großer Auswahl, findet im Paladar Atelier statt. Ein stilvolles altes Haus mit einer stylischen Atmosphäre und Bilder von kubanischen Künstlern an den Wänden. Das Essen, wie so viele auf der Reise, ein Gaumenschmaus! Auf dem Weg nach Hause kehren wir noch für ein (-zwei) Cocktails im Donde Lis ein und genießen das Leben.

Donnerstag, 28. Oktober
Am Museo del Ron Havana Club vorbei, gehen wir zum Mercado Artesanal San José, eine riesige Halle mit Bildern und Souvenirs. Direkt davor ist die älteste katholische Kirche von Havanna. In der 5 Esquinas Trattoria, nahe unserer Casa Essen wir eine Pizza zu Mittag, trinken das letzte Bucanero und machen uns anschließend für die Abreise fertig. Beim 2. Anlauf, unser Valentin mal wieder, halten wir dann am richtigen Terminal und ab geht’s mit Condor nach Frankfurt.

Freitag, 29. Oktober
Nach einem ruhigen Flug teilte sich die Gruppe am Flughafen auf und nur noch 10 von uns fuhren bis Schweinfurt.