Ein Reisebericht von:

Dunja

 

1. Tag - 16.09.

Früh am Morgen starten wir ab Gochsheim mit einem Bustransfer nach Frankfurt.

Am Flughafen treffen zum ersten Mal alle aufeinander, und es geht mit Air Canada direkt nach Calgary.

Dort angekommen, stoßen unser Reiseleiter Al und unser Busfahrer Terry zu uns und wir beginnen die Rundreise mit einer Stadtrundfahrt durch Calgary, vorbei am Saddledome in dem im August die Rodeos stattfinden, zu denen sich jährlich 100.000 Besucher einfinden. Wir sehen den Calgary Tower, den Olympia Platz und etwas außerhalb den Olympia Park in dem 1988 die Skisprung- und Bobwettkämpfe stattfanden.

Weiter geht es nach Canmore, wo wir in der Rocky Mountain Ski Lodge um 19.00 Uhr ankommen und übernachtetn. Die meisten von uns gehen direkt gegenüber bei Boston Pizza noch schnell essen und fallen danach sogleich ins Bett.

2. Tag - 17.09.

Es geht los zum Moraine Lake ... nach ein paar kleinen Stufen bleibt uns allen der Atem weg ... nicht vor Anstrengung ... der Blick auf den See ist der Wahnsinn! Der See erstrahlt in einem unglaublichen türkis. Wir können nur noch staunen.

Der nächste See ist der Lake Louise. Wir wandern ein Stück am See entlang und genießen die wunderbare Aussicht.

Der 3. Stopp ist am Johnston Canyon. Wir laufen bis zum 1. Wasserfall und wieder zurück.

Auf der Rückfahrt halten wir in Banff, um etwas durch das kleine Städtchen zu bummeln.

Wieder in Canmore gehen wir nochmal eine leckere Pizza essen und testen das Kanadische Bier.

3. Tag - 18.09.

Heute beginnen wir mit dem Emerald Lake im Yoho Nationalpark. Die Landschaft spiegelt sich, wie in fast jedem See hier, als gäbe es eine Zwillingswelt.

Am Kicking Horse River erfahren wir, dass der Fluss seinen Namen 1858 von James Hector, der dort von seinem Pferd in die Brust getreten wurde, bekam.

Kurze Zeit später sind wir vom Bow Lake wieder einmal total überwältigt. Wir spazieren am See entlang, der von Gletschern gespeist und von nichts als Natur umgeben ist.

Es hört nicht auf ... der nächste Halt ist am Aussichtspunkt vom Peyto Lake, wieder leuchte uns ein unfassbares türkis entgegen.

Da wir auf dem Icefields Parkway unterwegs sind kommen wir natürlich auch am Columbia Icefield vorbei ... eine der größten Ansammlungen von Eis südlich des Polarkreises! Hier befinden sich einige der höchsten Berge der kanadischen Rocky Mountains. Nicht weit entfernt stürzen sich die Athabasta Falls mit Wucht durch eine kurze Schlucht und bilden dort Potholes, die in sämtlichen Blautönen schimmern. Wenn das keine Kulisse für einen Western ist!!!

Ein Supermarkt in Jasper versorgt uns wieder einmal mit allem, was wir so brauchen.

Wir beziehen für die nächsten 2 Tage die Becker´s Chalets. Eine wunderschöne Anlage direkt am Fluss, in der die Gänse, Rehe und Hirsche einfach so spazieren gehen!

Nach dem Abendessen treffen wir uns in meiner "Hütte", um die erste Whiskey Flasche zu leeren. Da Karl-Heinz einmal zu spät kam, muss er eine Flasche für die Gruppe besorgen ... Strafe muss sein!!!

4. Tag - 19.09.

Wir fahren bei herrlichem Wetter vorbei am Medicine Lake bis zum Maligne Lake. Nach einer kleinen Erkundungstour bringt uns ein Boot bis zur Spirit Island. Uns umgibt wildromantische Landschaft, die uns in ihren Bann zieht! Auf dieser Insel hielten die Ureinwohner ihre spirituellen Zeremonien ab. Sie ist eines der bekanntesten Fotomotive von ganz Kanada.

Die Rückfahrt wird von allen wieder genossen und wir stärken uns, wieder an Land angekommen, mit einem Picknick.

Anschließend unternehmen wir eine wunderschöne Wanderung durch den Maligne Canyon. Unser Reiseleiter Al zeigt uns noch den Pyramide Lake, der etwas oberhalb von Jasper liegt. Nach einem Stadtrundgang durch Jasper fahren wir wieder in unsere urigen Blockhütten.

5. Tag - 20.09

Die Abfahrt Richtung Mount Robson Provincial Park verläuft im Regen. Ein kurzer Stopp im Mount Robson Info Center informiert uns, dass dieser der höchste Berg in den Kanadischen Rocky Mountains ist. Leider hat er sich vor uns in den Wolken versteckt.

Unser nächstes Ziel ist der Wells Gray Park. Der erste Wasserfall den wir dort besuchen ist der Spahats Falls. Er schießt aus der Mitte einer Felswand in die Tiefe. Da kann der Dawsons Falls nicht mithalten; der ist mehr breit als hoch.

Doch der Helmken Falls schlägt meiner Meinung nach alles! Er fällt 141 m in die Tiefe, und ist damit der vierthöchste in Kanada ... fantastisch! Er wurde nach einem deutschstämmigen Arzt benannt, der ihn allerdings nie zu Gesicht bekam. Ein Teil der Gruppe unternimmt eine kleine Wanderung am Murtle River entlang bis zur verfallenen Hütte von Mike Majerus.

Unser Abendessen nehmen wir auf einer Ranch ein. Zur Vorspeise bekommen wir einen frischen Salat mit hausgemachtem Dressing. Der Hauptgang, wie soll es auch anders sein, ist ein hervorragendes Steak mit Bohnen und Kartoffeln. Der Nachtisch, der von 2 "speziellen Damen" serviert wird, besteht aus einem saftigen Schokoladenkuchen.

Vollkommen zufrieden checken wir später in der Clearwater Lodge ein.

6. Tag - 21.09.

Ein Guide vom Wells Gray Park bringt uns über einen Trampelpfad, vorbei an Mineralquellen, zur verfallenen Ranch von John Ray, der 1911 dort ein Stück Land urbar machte. Mit seiner Familie lebte er dort bis zu seinem Tod 1947.

Kurze Zeit später beobachteten wir am Baily´s Chute wie die letzten Lachse die Stromschnellen hoch springen.

Zum Mittagessen gibt es heute Hot Dogs, die von unseren Guides Kevin und Daniel in einer Holzhütte zubereitet wurden. Gut gestärkt geht es zu einer Kanufahrt auf dem Clearwater Lake. Es nieselt die ganze Zeit über, doch wir lassen uns den Spaß nicht nehmen.

In der nächsten Lodge angekommen, wärmen sich einige in der Sauna wieder auf und wir genießen alle einen ruhigen Abend.

7. Tag - 22.09.

Über Kamloops geht die Fahrt weiter zum Adams River. Leider sind die Lachse noch nicht da. Wir sind eine Woche zu früh dran. Erst am Hivihill Creek entdecken wir die ersten Sockeye Lachse ... rote Körper mit grünen Köpfen kämpfen sich mit letzter Kraft den Fluss aufwärts, um zu laichen. Auf der Hat Creek Ranch erfahren wir wie die Goldgräber logierten. Es ist das einzige erhaltene Hotel an der Goldgräberstraße mit alten Tapeten, original Küche, Saloon und vielem mehr. Damals kostete die Übernachtung 1 Dollar, das Essen 1 Dollar, der Unterstand für das Pferd 1 Dollar ... wenn man bedenkt dass das durchschnittliche Tageseinkommen bei 1 Dollar lag, ist das schon recht viel!

Wir checken an diesem Tag in der South Thompson Inn Guest Ranch ein. Eine wunderschöne Anlage direkt am Fluss mit individuell eingerichteten großen Zimmern und leckerem Abendessen.

8. Tag - 23.09.

Da die Panoramastraße gesperrt ist, müssen wir eine weite Strecke über Vancouver zu unserem Ziel Whistler nehmen. Wir kommen um 14.00 Uhr an und gehen eilig durch das lebhafte Städtchen zur Gondelstation. Die Fahrt mit der Peak to Peak Gondel ist ein Erlebnis. Die Gondel verbindet die Berge Whistler Mountain und Blackcomb Peak. Sie sind 4,4 km auseinander und die Seile haben zwischen den Stützen eine freie Spannweite von 3 km. Oben angekommen, machen wir auf jedem Berg individuelle Wanderungen.

Den Abend lassen einige von uns im Stonesedge mit vorzüglichem Essen ausklingen. Wir übernachteten im zentral gelegenen The Listel Hotel.

9. Tag - 24.09.

Nach dem Frühstück fahren wir zu den Shannon Falls. Einige von uns wandern auf dem urwaldartigen Sea to Summit Trail, wo wir moosbehangene Bäume, die auf alten Stämmen wachsen, entdecken. Der andere Teil der Gruppe fährt ins Örtchen Squamish.

Wieder in Whistler angekommen wandern wir in herrlichem Sonnenschein bis um den Lost Lake. Weiter als bis zu den Knien traute sich jedoch keiner von uns ins eisige Wasser. Auf dem Heimweg zum Hotel erkunden wir noch das quirlige Whistler und schließen den Abend mit einem gemeinsamen Essen in der Old Spaghetti Factory ab. In dieser Restaurantkette kann man wirklich gut und preiswert essen.

10. Tag - 25.09.

Fahrt bis nach Horseshoe Bay, ein kleines Fischerdörfchen, von wo aus wir mit der Fähre nach Nanaimo auf Vancouver Island übersetzen.

Wir hielten auf unserer Fahrt bei den Goats on the Roof - inkl. Supermarkt und stoppen für eine kleine Tour durch die Cathedral Grove im Mac Millan Provincial Park. Urwald at its best! 800 Jahre alte Douglasien, die teilweise einen Umfang von 9 m haben.

In Campbell River bringt uns die nächste Fähre auf Quadra Island. Wir werden dort in der Tsa-Kwa-Luten Lodge untergebracht, eine von den First Nations geführte Lodge, die einen unglaublich schönen Blick auf das pazifische Meer, das nur ein paar Schritte entfernt ist, gibt.

Zum Sonnenuntergang treffen wir uns am Strand und lassen den Abend gemütlich ausklingen. Natürlich kommt irgendwann wieder mal jemand zu spät und hat eine Flasche Whiskey für die ganze Mannschaft dabei!

11. Tag - 26.09.

Heute ist die Gruppe zweigeteilt. Die einen haben den Tag zur freien Verfügung und die andere Hälfte macht einen Bärenausflug.

Ein unvergesslicher Tag!

Wir werden am Hafen von einem kleinen Boot (12 Personen) abgeholt und fahren in die Discovery Passage. Auf dem Weg nach Norden sehen wir schon Wale, die gemütlich neben uns her ziehen. Nach ca. 100 km fahren wir in den Bute Fjord und werden im Orford River Valley von den Homalco-Guides begrüßt.

Wir steigen in kleine Busse um, die uns zu verschiedenen Aussichtsplattformen bringen. Das unberührte, von Gletschern geformte Tal ist Lebensraum von ca. 40 Grizzlybären. Wir sehen die Grizzlys aus nächster Nähe und kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. An 2 Stellen sind sogar Mütter mit 2 bzw. 3 kleinen Bären, die im Fluss jede Menge Lachse erhaschen.

Weißkopfseeadler kreisen über unseren Köpfen und lassen sich die Lachsreste der Bären schmecken! Auf der anderen Seite kommt auf einmal ein mächtiger Grizzly, springt durch den seichten Fluss und käscht einen Lachs nach dem anderen. Und das in einer wahnsinnigen Geschwindigkeit ... unglaublich!

Ein Picknick mit leckeren, frischen Wraps und Obst schließt unseren Besuch bei den First Nations ab und wir fahren im Boot wieder südlich.

Unser Guide bringt uns noch an eine Stelle, an der sich die Robben und Seelöwen nur so tummeln. Es ist eine helle Freude ihnen dabei zuzuschauen! Nach 8,5 h kommen wir überglücklich im Hafen von Quadra Island an und ich muss sagen, es war mein absolutes Highlight der Reise!

Den Abend schließen wir wieder alle zusammen am Strand in einer tollen Atmosphäre ab.

12. Tag - 27.09.

Nach einem reichlichen Frühstück fahren wir wieder mit der Fähre nach Vancouver Island. In Chemanius, das für seine Murals (schöne Wandmalereien, die die Geschichte des Ortes erzählen) bekannt ist, machen wir einen kleinen Rundgang.

Auch in Duncan, die Stadt der Totempfähle, halten wir und bestaunen die meterhohen Pfähle.

Am Nachmittag checken wir in Victoria ins einfache und hellhörige Pauls Motor Inn ein. Jeder kann nun selbst die britischste Stadt außerhalb von Großbritannien erkunden. Wir bummeln vorbei an der ältesten China Town in Kanada zum Inner Harbour, dem Herzen der Stadt. Wir laufen noch bis zur pittoresken Fishermen´s Wharf mit den vielen bunten Hausbooten, um dort die berühmten Fish & Chips zu essen. Mit einem urigen Taxiboot fahren zurück zum Hafen. Straßenmusiker vertreiben uns noch die Zeit bis wir uns auf den Weg zum Hotel machen.

13. Tag - 28.09.

Wir beginnen den Tag mit einer Stadtführung durch Victoria. Das Parlamentsgebäude, ein massiver Steinbau im Neo-Barok-Stil, ist von außen und innen beeindruckend. Weiter geht es am BC Museum vorbei bis zum ältesten Haus von Victoria, das Dr. Helmken Haus aus dem Jahr 1852. Gegenüber das St. Ann´s Schulhaus von 1844 mit getrennten Eingängen für Jungs und Mädchen. Direkt daneben befindet sich der Thunderbird Park mit Totempfählen, die an der Nordwestküste Kanadas entstanden sind, und einem Langhaus. Weiter geht es dann zum imposanten 1908 errichteten Fairmont Empress Hotel. Das Innere des Nobelhotels - "very british" - ist schon sehenswert. Der Afternoon Tea wurde hier auch schon von Winston Churchill und König George VI eingenommen.

Bis wir uns wieder alle zum Whale Watching treffen, nutzen wir etwas Freizeit um das eine oder andere nochmal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Vier von unserer Gruppe erleben eine aufregende Fahrt in einem für 12 Personen ausgelegten offenen Zodiac, mit dem sie wirklich mitten im Geschehen waren. Sie kommen ganz nah an eine Gruppe von Orcas - von denen einer sogar unter dem Boot durchtaucht! Auf ihrem rasanten Trip sehen sie auch noch Buckelwale.

Neun von uns gehen auf eine Motorjacht, die locker 70-80 Personen aufnehmen kann. Auch diese Gruppe sieht natürlich Orcas und Buckelwale. Die Fontänen schießen nur so aus dem Wasser. Nah genug dran hört es sich an, als schnaufe jemand unter ungeheurer Anstrengung. Wir erhaschen immer wieder Blicke auf die dunklen, mannshohen Finnen, die glatt und geschmeidig durchs Wasser ziehen.

Zurück von diesem Abenteuer, treffen wir uns wieder in einer Old Spaghetti Factory.

14. Tag - 29.09.

Butchart Gardens verzückt uns am Vormittag mit seiner bunten und vielfältigen Blumenpracht. Es ist ein privater Garten, der 1904 von Jennie Butchard angelegt wurde. Sie wollte den aufgelassenen Steinbruch verschönern, in dem ihr Ehemann Robert Kalkstein für Zement hatte abbauen lassen. Heute gliedert er sich in 5 Hauptbereiche.

Der Senk-, der Rosen-, der Japanische, der Italienische und der Mediterrane Garten.

An der Fähre, die uns in 1,5 h nach Tsawwassen bringt, stehen wir etwas länger an, da auf einem LKW ein Fass ausgelaufen ist und erst mal ein Reinigungstrupp ans Werk muss. In Vancouver angekommen werden wir vom Regen begrüßt!

Bei der Stadtrundfahrt erhaschen wir einen kleinen Eindruck der Stadt ... Gastown mit der berühmten Dampfuhr, Canada Place an dem die Kreuzfahrtschiffe anlegen. Der Stanley Park mit dem heute grauen Blick auf die Skyline. Last but not least, die im Meeresarm False Creek liegende Halbinsel Granville Island mit der bunt bemalten Zementfabrik und dem Public Market, in dem sich jeder was leckeres zum Essen aussucht und anschließend noch durch die Shops und Galerien streicht.

Nach dem Einchecken im, in der Burrad Street gelegenen, Century Plaza Hotel, trifft sich ein Teil der Gruppe und sucht sich in der nicht weit entfernten, belebten Granville Street, eine Bar um noch das ein oder andere Gläschen zu leeren. Durch die Lautstärke verdrängt, landen wir nach dem ersten Gläschen in einem netten Pub, in dem man sich sogar noch etwas unterhalten kann und haben so noch einen netten Abend zum Ausklang.

15. Tag - 30.09.

Der Regen lässt uns den Abschied leicht fallen. Wir packen alle nach dem Frühstück unsere Koffer und werden um 10.00 Uhr zum Flughafen gefahren. Mit einem Direktflug der Air Canada geht es ab in Richtung Deutschland.

16. Tag - 01.10.

Am frühen Morgen kommen wir in Frankfurt an und verabschieden die ersten drei unserer Gruppe. Der Rest macht sich im Transferbus auf den Weg nach Gochsheim.