Ein Reisebericht von:

Katja

 

 

Montag, 14. November
Eine 6-tägige Rundreise in den Norden Portugals steht auf dem Programm. Mächtig gespannt was das Gegenstück der doch wesentlich bekannteren Algarve im Süden so bietet, geht es los. Unsere kleine Truppe von nur 7 Personen (inkl. Reiseleitung) fliegt mit der portugiesischen Airline TAP in knapp 3 h von Frankfurt nach Lissabon. Herzlich empfangen von der örtlichen Reiseleitung unseres Veranstalters Miller Reisen geht es mit dem geräumigen Reisebus weiter nach Porto - unserem Startpunkt. Je nach Jahreszeit/Helligkeit kann man hier schon mal die Gegend auf der doch 3,5 stündigen Fahrt wahrnehmen - aber es gibt ja auch Flüge. Bevor wir unser Hotel erreichen, gibt es zuerst noch einen Stopp zum Abendessen in der "Neustadt" Portos. Hier gibt es eine stylische Markthalle mit massig Vielfalt zum Essen, schöne Sitzgelegenheiten, Livemusik und einem integrierten Hotel. Wer es ein bisserl anders will ist hier bestens aufgehoben: Das Hotel ist im Obergeschoss der Markthalle - gut isolierte Fensterflure mit Blick auf das Geschehen in der Halle, und das Beste - 2 Shoppingcenter in der Nähe. Die etwas entfernte Altstadt ist gut mit der U-Bahn erreichbar. Im Hotelrestaurant gibt es unser 1. landestypische Abendessen samt den üblichen Vorspeisen wie z.B. Oliven und frisches Brot (natürlich zum "Tunken" in Olivenöl).

Unser Hotel (nahe der Altstadt ) war das Vila Gale Porto, welches rundum der guten Mittelklasse zuzuordnen ist. Toll fand unser Grüppchen die schöne Bar mit irre günstigen Preisen (guter Hauswein nur 2,- Euro, Espresso -,80 Cent!). Da musste natürlich gleich noch ein Schlummertrunk her.

Dienstag, 15. November
Wunderbar geschlafen und super gefrühstückt geht es in den neuen Tag mit blauem Bilderbuchwetter. Nicht nur die Matratze und das Frühstück waren richtig gut, ich fand auch den superschnellen Heizlüfter im Bad toll! Der Vormittag steht im Zeichen der Stadtrundfahrt. Es gibt vieeel zu sehen wie z.B. die Kathedrale oder die "Börse" aus dem Jahre 1842. Dieses Gebäude ist echt ein Muss für jeden Touristen, mit eleganten Räumem - man beachte die atemberaubenden Bodenintarsien, Maurischer Saal - ein archetektonisches Juwel, in dem sogar Konzerte und Staatsbesuche stattfinden, und dem wohl 1. Reiseführer der Welt. Auch einen Spaziergang durch das typische Porto mit den verwinkelten Gässchen, den Marktständen, Straßenverkäufern, Cafés und Restaurants der "Ribeira Cais"(Altstadt)kann ich wärmstens empfehlen. Studienanfänger müssen sich hier übrigens diversen Ritualen unterziehen wie beispielsweise öffentliches Haare waschen im Brunnen oder Männer in Frauenkleidung - war lustig anzusehen. An der Flusspromenade mit unzähligen Restaurants vorbei geht es zu Fuß über die schmiedeeiserne Brücke - Dom Luis (zweistöckig: unten Autos/Fußgänger - oben die Bahn). Auf der anderen Seite sind die ganzen Portweinkellereien angesiedelt und bieten die Möglichkeit zu Besichtigungen und Führungen mit VERKOSTUNG. Das durfte natürlich nicht fehlen, wird also in der Kellerei CALEM gleich durchgeführt! Lasst euch gesagt sein, es gibt ganz schön viele Portweinsorten - ich war positiv überrascht (Portwein ist schließlich nicht Jedermanns/-fraus Sache!). Noch ein Mittagessen mit leckeren Kleinigkeiten (nur hier in Porto als Tapas zu finden) und wir sind wieder hergestellt.

Am Nachmittag geht es in das religiöse Zentrum Portugals - nach Braga (ca. 1 h Fahrt). Das "portugiesische Rom" fährt mit vielen Kirchen auf. 5 km entfernt sehen wir die Wallfahrtskirche Bom Jesus, die in einem Garten angelegt ist, der jeden Landschaftgärtner zum Seufzen bringt. Der Bus kann bis "hoch" fahren, es gibt aber auch eine alte Standseilbahn (mit Wasserkraft betrieben!). Weiterfahrt nach Guimares, der Wiege der Nation (2012 Kulturhauptstadt Europas). Besichtigung der Burg, kleiner Spaziergang durch die Gassen (fand ich jetzt nicht so aufregend), Rückfahrt nach Porto. Nach etwas Pause essen wir in unserem Hotel (Vila Gale) sehr lecker zu Abend, Schlummertrunk - und ab ins Bettchen.

Mittwoch, 16. November

Nach dem Frühstück geht es mit dem Zug ab Porto ins Douro-Tal nach Pinhao. Selbst wer keine Tour macht, sollte diesen Bahnhof unbedingt besuchen!"Harry Potter Feeling" und allein die Vorhalle mit ihren typischen blauen Fliesen, auf denen Jahreszeiten, Alltagsszenen sowie Historisches zu finden sind, ist mehr als sehenswert. In den Sommermonaten fährt dann auch eine Dampflok. Die Fahrt dauerte ca. 2 h bis Pinhao (Kosten ca. 5,-Euro/Dampflok wesentlich teurer). Die Landschaft ist wunderbar grün mit Weinhängen, Tälern und jeder Menge Weingütern - den Quintas. Der Ort selbst bietet, außer der tollen Landschaft, nichts, aber man kann hier Weingutführungen/-verkostungen machen. Wir besuchen das Familienunternehmen Quinta do Bomfim - ein wundervolles Gut. Im Anschlussgibt es 2 Portweine zur Verkostung (reicht vollkommen bei dem Alkoholgehalt). Weinbergtouren auf dem Gelände in verschiedener Länge, z.B. mit gestelltem Picknick, sind auch möglich. Man beachte nur: Im Douro Tal wird es im Sommer recht heiß. Oder man steigt in Regua aus (1 Ort vor Pinhao ). Ins Douro-Tal gibt es auch verschiedene (1-2 Tagestouren z.B. mit Schiff ab/bis Porto oder kombiniert mit Schiff und Bahn ).

Nach einer kurzen Panoramafahrt per Boot geht es für uns mit dem Reisebus weiter (war mit dem Gepäck nachgekommen). Auf dem Weg zu unserem Tagesziel zur Universitätsstadt Coimbra machen wir noch einen Stopp in Viseu, der alten Bischofsstadt und Hauptstadt der Dao Region (hier schon mehr "normale" Weine). Unser 2. Hotel in Coimbra - auch ein Vila Gale-Haus, ist ein elegantes 4 Sterne Hotel in zentraler Lage. Nach dem Abendessen wieder einen Hauswein an der Bar - immer sehr kommunikativ bei Gruppenreisen!

Donnerstag, 17. November
Wieder rundum gut geschlafen (ich glaube die Kette Vila Gale hat einfach super Matratzen). Nach dem reichhaltigen Frühstück ein leider nur kurzer Spaziergang durch das hübsche Städtchen; allerdings mit dem absolut nachhaltigen Eindruck einer Konditorei in Coimbra: Frau merke sich: Die Pastelaria Briosa! Hier sind ganz viele extravagante Naschereien zu finden. Die Rezepte sind von den Mönchen und Nonnen der Klöster. Baisers in Brotgröße, Nonnenbäuche ... um nur einige davon zu nennen. Auch immer ein Tipp: Überall wo man im Cafe ist ... einfach die süße Spezialität der Region nehmen! Weiter geht es zur Besichtigung des Universitätsgeländes. Man schreitet durch ein prunkvolles Tor von 1634 und kann kaum glauben, dass hier tatsächlich (wie damals) studiert wird! Während die Studenten in den UNBEHEIZTEN Räumen (in Winterjacken) die Vorlesungen besuchen, besichtigen Touristen das Gebäude. Man sieht z.B. auch den prunkvollen Saal der Examensfeiern. Am beeindruckensten fand ich die alte Bibliothek, hier darf immer nur eine begrenzte Personenzahl gleichzeitig rein. Coimbra bietet aber noch viel mehr zum Anschauen; ich wäre gerne länger blieben.

Auf dem heutigen Programm stand noch viel Kultur wie die beiden Nationalheiligtümer Batalha und Alcobaca. Danach geht es zum malerisch gelegenen Fischerort Nazare an der Küste, wo auch Rekorde im Wellenreiten ausgefochten werden. Nochmals 45 min Fahrt und wir kamen am wirklich schönen Örtchen Obidos an. Unzählige Fotomotive sind hier zu finden, mit den vielen Gässchen, Geschäften, vielen Kirchen und der unter Denkmalschutz stehenden Stadtmauer. Ein echter Ausflugstipp, der ab Lissabon in ca. 1,5 h erreichbar ist. Anschließend fahren wir nach Lissabon - in unser letztes Hotel der Reise, dem Vila Gale Opera direkt an der "Roten Brücke",die doch sehr an San Franzisco erinnert.

Freitag, 18. November
Lissabon wir kommen. Los geht es in den Stadtteil Estrela (im Westen) zur Endstation der nostalgischen Straßenbahn Nr. 28 (Electrico), die an den wichtigsten Punkten vorbeizuckelt. Es empfiehlt sich hier einzusteigen, denn hier ist sie erst mal leer! Vom Stadtteil Bairo Altro, dem Ausgehviertel mit Restaurants und "Fado Lokalen" kann man mit dem berühmten Aufzug (Elevador de Santa Justa/Kosten ca. 5,- Euro) in die Unterstadt fahren. Hier unten liegt das Herzstück von Lissabon - Baixa genannt. Auf der anderen Hügelseite kann man wiederum mit einem Aufzug - diesmal öffentlich (Elevador Baixa) die Strecke zur über der Stadt thronenden Burg Castelo de San George abkürzen. Oder man kommt von der anderen Seite (Stadtteil Alfama - dem ältesten Teil der Stadt mit seinen verwinkelten Gässchen). Tipp beginnen Sie an der Haltestelle "Portas du Sol",dann zum Castelo, und lassen sich anschließend einfach abwärts treiben. Wer sich Zeit nimmt, findet in Lissabon an jeder Ecke etwas Interessantes, oder macht eine Pause in den unzähligen Cafés.

Mittags sehen wir uns ein paar Hotels an. Am Abend waren wir echt portugiesisch elegant Essen: Mit allem "Drum und Dran&quot. Sehr zu empfehlen, wenn auch etwas teurer - klarer "Daumen hoch"!. Restaurant Leao d`Ouro in der Rua 1. de Dezembro 105. Hierzu gehört auch die Taberna zwei Häuser nebenan, wo man mittags günstiger toll, ungezwungen leckere Kleinigkeiten bekommt.

Samstag, 19. November

Am letzten Tag steht viel auf dem Programm: Zu Anfang eine kurze Fahrt nach Sintra, der ehemaligen Sommerresidenz der portugiesischen Monarchen. 30 km nordwestlich von Lissabon (hier kommen nur kleine Busse "hinauf". Ein wunderschönes Dörfchen. Wir besichtigten den Königspalst. Wer Zeit hat, kann hier ruhig 2-3 h einplanen. Es gibt sogar einen Mini-Bahnhof, wer ab Lissabon mit dem Zug her möchte. Weiterfahrt nach Cabo da Roca - dem westlichsten Punkt des europäischen Festlandes mit toller Felsküste und beeindruckender Brandung! Anschließend geht es an der schönen Küste entlang weiter zum Badeort Cascais. Hier ist es immer etwas wärmer und vor allem windgeschützt. Auch Cascais ist mit dem Zug erreichbar. Man kann hier übrigens kostenlos Fahrräder leihen (es muss nur ein Dokument hinterlegt werden). Abschließend besuchen wir noch das UNESCO Weltkulturerbe und Wahrzeichen von Lissabon: Den Turm von Belem. Nach einem sehr geselligen Abendessen geht es am nächsten Morgen schon wieder auf den Heimflug.