Ein Reisebericht von:

Sabine

 

 

 

Frankfurt  - Montevideo

Spontane Ideen sind immer die besten, also landen wir kurz vor Halloween in Montevideo in Uruguay.

Die Air Europa bringt uns nach 8 h Aufenthalt in Madrid, ohne jegliche Unterhaltung an Bord, nach Südamerika.

Mit dem Linienbus fahren wir in knapp 1 h vom Flughafen in die Stadt. Wir steigen beim Hotel Esplendidor im Stadtteil Punta Carretas aus (Kosten 136 Pesos, ca. 10 $ für beide). Wir haben Glück und können unser Zimmer bereits am Vormittag beziehen. Nummer 910 hat einen tollen Blick aufs Meer und den zentralen Busbahnhof. Wir verzichten auf unsere Suite mit Hofblick und nehmen lieber die schöne Aussicht. Der nette Mann an der Rezeption erklärt uns höflich, dass für Uruguay im November noch kein Sommer sei, trotz 25 Grad und blauem Himmel, und deswegen der tolle Pool am Dach mit Aussichtsterrasse geschlossen ist.

Egal, nach einem kurzen Päuschen fahren wir mit dem Bus für 38 Pesos pro Person Richtung Ciudad Veja, in die Altstadt. Vor 10 Jahren waren wir bereits schon einmal hier mit der AIDAcara und können uns gut an die Markthalle erinnern. Durch die Fußgängerzone schlendern wir dorthin, um unser Abendessen einzunehmen. Die Markthalle besteht aus unzähligen offenen Feuerstellen, an denen Fleisch gegrillt wird. Ein Traum für Grill- und Fleischfans. Es duftet herrlich! Wir setzen uns an eine Theke und Werner bestellt Steak. Ich nehme lieber Ofenkartoffel, Paprika und gegrillten Käse. Zusammen mit der Kräutermarinade schmeckt es herrlich.

Die Hallen sind nur bis 18.00 Uhr geöffnet, wie fast alles in der Stadt. Wir genießen noch den Sonnenuntergang um 18.30 Uhr und fahren mit dem Bus zurück. Es ist wie eine kleine 50-minütige Stadtrundfahrt Wir wohnen an der Endhaltestelle und können unser Ziel nicht verfehlen. Die Kinder feiern heute Halloween und schwirren verkleidet durch die Straßen und fordern, wie bei uns auch, "Süßes, sonst gibt's Saures".

 

 

Montevideo

Das Frühstück am nächsten Tag ist ganz lecker und bietet einheimische Spezialitäten wie "Dulce di Leche", eine Art Konfitüre aus karamellisierter Milch, und Bananenbrot. Ausgeschlafen und gestärkt fahren wir mit dem Bus zur großen Plaza de Indepencia und erkunden noch etwas den morbiden Charme Montevideos. Es erinnert etwas an Havanna, mit den zahlreichen verfallenen Häusern.

Zurück am Hotel erfreuen wir uns beim Spaziergang am Strand bzw. "Meer" entlang an den zahlreichen gefiederten Freunden. Zu meiner Freude schwirrt eine große Zahl Sittiche durch die Lüfte und grast friedlich am Boden. Verschiedene Möwen, ein Specht und mehrere Vertreter Vögel bestätigen, dass Uruguay spannend ist für Vogelbeobachtungen. Wir sind ja hier auch nicht am Meer, sondern am Fluss in Montevideo. Also ausreichend Süßwasser für die gefiederten Freunde. Die Papageien brüten sicher vor Feinden ganz oben in uralten Palmen. Am Flussufer Richtung Los Pasitos entlang ist der Spaziergang nicht zu spannend.

500 m vom Hotel entfernt befindet sich ein gigantisches Einkaufszentrum, ich würde es tatsächlich als Harrods von Montevideo bezeichnen. Hier fehlt es an nichts, sogar ein gigantischer Weihnachtsbaum steht schon da.

 

 

Sonntag, 3. November

Heute ist der große Tag gekommen ... Um kurz nach 14.00 Uhr checken wir im Hafen von Montevideo auf die Hanseatic Nature von Hapag Lloyd ein. Mit Sicherheit eines der besten, wenn nicht sogar das beste Expeditionsschiff, das momentan auf den Weltmeeren kreuzt. Ich bin geflasht und aufgewühlt.

Wir werden herzlichst empfangen und sitzen 2 min später im Hanseatrium mit einem Cocktail in der Hand. Allein dieser Saal ist großartig, mit seinen 3 LED Leinwänden, aktuell mit Aquariumeindrücken.

Wir werden zur Suite 622 geleitet ... eine großzügige Kabine mit vielen Fächern, Doppelbett und Balkon ist unser Zuhause für die nächsten 17 Tage. Sogar einen Kühlschrank mit Softdrinks und Rhabarberschorle gibt's gratis. Im Bad ist eine beheizbare Wand und eine Sitzgelegenheit in der Dusche. Duschgel, Shampoo und Lotion sind nachhaltig aus Aloe Vera und Meerfenchel. Natürlich noch ein Bildschirm mit verschiedenen Musiktitel nach Wunsch, Filmen etc..

Desweiteren gibt es auf dem Schiff die Ocean Academy und das Observatorium zu entdecken. Großartig zum Aufhalten, Lesen und Schauen. Der Pool wirkt groß und kann überdacht werden, es gibt gläserne, ausfahrbare Balkone und einen Nature Walk am Bug. Die Sauna ist genial , mit tollen Panoramascheiben nach draußen. Auch der Fitnessraum bietet Blick nach draußen.

Für das leibliche Wohl gibt es 3 Restaurants zur Auswahl. Das Buffetrestaurant bietet ausreichend Platz drinnen und draußen mit tollen Blick aufs Meer. Das Bedienrestaurant wirkt auch sehr großzügig und hell. Wir genießen das erste Abendessen im Hampton's und werden nach allen Regeln der Kunst verwöhnt.

Erst einmal liegen 2 Seetage vor uns. Das Expeditionsteam wird vorgestellt, die Crew und wir dürfen uns Parkas und Gummistiefel aussuchen für die Touren. Neben der Seenotrettungsübung ist die Zodiaceinweisung Pflicht.

Ansonsten gibt es Vorträge und Pre- und Recaps, sogenannte Vor- und Nachbesprechungen, zu unseren Ausflugszielen.

Alles sehr spannend!

Das Wetter spielt auch mit bei 15 Grad und Sonne. Wir können Möwen und vereinzelt Albatrosse und Riesensturmvögel beobachten.

 

 

Mittwoch, 06. November

7.00 bis 8.00 Uhr

Puerto Madryn, Argentinien

Bei der Einfahrt in den Hafen schwimmen schon Seehunde vorbei und ein Pinguin guckt aus dem Wasser.

Wir haben über Hapag Lloyd den Ausflug Seeelefanten und Walbeobachtung auf der Halbinsel Valdez gebucht. In einem komfortablen Bus fahren wir ca. 1 1/4 h nach Puerto Piramides. Wir müssen Eintritt in das Tierschutzreservat bezahlen.

Der Ort ist beschaulich mit ein paar bunten Häusern und tollen blühenden Mittagsblumen. Auf dem Weg dahin dürftige Vegetation ... Büsche, Gras, ab und zu ein paar Schafe und Guanakos, die gehören zur Gruppe der Lamas und sind typisch für hier.

Jeder bekommt eine Schwimmweste verpasst und wir dürfen über eine Leiter auf die Boote. Ein Traktor zieht die Boote dann ins Wasser. Erst wirkt die Situation etwas eingesperrt und beengt, wie in einer Suppenschüssel sitzend. Aber wir müssen zum Glück nicht weit fahren in der Bucht. Von Juni bis Dezember sind Glattwale in der Bucht. Meist Mütter mit ihren Kälbern. Wir können gleich ein paar erspähen und eine Walmama schwimmt um das Schiff herum, minutenlang gut zu sehen, ganz nah, fast greifbar. Also das hat schonmal für Eindruck gesorgt.

Im Anschluss daran gibt's gleich mal Mittagessen: Lamm, vor der Tür des Restaurants El Paradiso gegrillt. Für meinen Geschmack vertrödeln wir zu viel Zeit beim Essen. Wir verzichten auf die Nachspeise und gehen noch ein paar Schritte durch Puerto Piramides. Dann geht es weiter 60 km Schotterpiste. Landschaftlich tut sich nichts. Der Fahrer hält zwischendurch einmal und wir können 3 Maras entdecken, das sind Hasenartige Geschöpfe. Es folgen weitere Guanakos und eine Eule.

Dann halten wir in einer Art Steilküste bei Caleta Valdez, um Seeelefanten und Robben zu beobachten. Von den Aussichtspunkten hat man eine gute Sicht auf den Strand, und sieht die verschiedenen Gesellen beim Sonnenbaden. Ein anderer Weg führt zu weiteren Aussichtspunkten. Hier hätte ich mir mehr Zeit gewünscht. Aber mein persönliches Highlight der Tour war mein 1. Gürteltier in Freiheit in der Nähe des Besucherzentrums. Es stapfte da vor mir durch das Gestrüpp. Die zahlreichen Bauten und Erdlöcher der Gürteltiere waren gut zu sehen.

Dann schaukelten wir wieder die ganze Strecke zurück. Pünktlich zum Auslaufen waren wir wieder an Bord. Den Sonnenuntergang konnten wir draußen beim Abendessen genießen.

 

 

Donnerstag, 7. November

Puerto Deseado

Heute Nachmittag haben wir unsere 1. Zodiactour unternommen. Gut eingepackt in die Parkas und warme Kleidung wurden wir zu zehnt auf ein Zodiac gesetzt und durften in unserem Fall mit dem Ausflugsleiter Carsten umhercruisen durch unbekanntes Gelände auf mehrere flache Inseln zu. Ein paar Pinguine im Wassert beäugten uns, ein paar Seevögel, ein, zwei Seehunde, nichts Spektakuläres, aber gut zum Einstieg.

 

Freitag, 8. November

Puerto Deseado

8.00 bis 18.00 Uhr

Noch nie zuvor hatte ein Kreuzfahrtschiff hier angelegt. Entsprechend aufgeregt waren alle an Bord, ebenso wie an Land. Der kleine Ort befindet sich im Naturschutzgebiet an der Flussmündung des Rio Deseado. Jeder Gast erhält an Land eine Informationstüte (nicht Plastik!) und kann ein Foto schießen mit einem Eselspinguin, ein Einwohner steckte in einem Pinguinkostüm. Das war schon mal sehr nett.

Wir haben einen Bootsausflug auf dem Fluss gebucht und werden dann am Morgen auf ein einheimisches Schlauchboot mit Platz für 20 Gäste gehievt. Zuerst, bei der Einfahrt, sahen die Felsen wenig spektakulär aus, aber beim ranfahren mit dem Schlauchboot zeigt sich der wahre Schatz dieser so karg aussehenden Felsen ... Jede Menge Seevogel nehmen dankbar jede Bruthöhle in Besitz. So können wir verschiedene Kormorane, Möwen, Küstenseeschwalben, vereinzelt auch Pinguine sehen, die auf den Felsen dem Brutgeschäft nachgehen. Begleitet werden die Boote von einigen Delfinen.  Ein paar schwarzweiße Delfine schwimmen um die Boote herum und können aus nächster Nähe beobachtet werden.

Mit höherer Geschwindigkeit geht es dann in den Fluss rein, zu einem Felsen im Fluss, auf dem sich eine Kolonie Seelöwen tummelt. Eine wirklich spektakuläre Bootstour, die alle Erwartungen übertrifft.

Der Spaziergang durch den kleinen Ort, größenähnlich wie Gochsheim, ist weniger spannend. Alle Bewohner sind sehr freundlich und freuen sich über unser Kommen. Eine Kirche, ein Eisenbahnmuseum, eine tolle Bäckerei neben der alten Eisenbahn, sonst gibt es nicht viel zu berichten. Sehr schmutzige schlechte Straßen, viele Hunde und leider auch deren Hinterlassenschaften. Aber egal die Natur ist großartig.

Am Abend erklärt uns Silvia noch die Unterschiede der einzelnen Robben. Robben werden eingeteilt in Hunds- und Ohrenrobben. Nur die Ohrenrobben können sich am Ohr kratzen, also ihre Flossen umdrehen. Die Hundsrobben können das nicht. Auf jeden Fall ist das Experiment Puerto Deseado geglückt.

An Bord dürfen wir noch eine Stunde Folklore von den Einheimischen genießen.

 

 

Samstag, 9. November

Wir genießen einen weiteren Seetag mit tollen Vorträgen über Fauna und Flora und nähern uns den Falklandinseln.

 

 

Sonntag, 10. November

Port Stanley - Falklandinseln

Heute wird's very british. Schon die Einfahrt nach Port Stanley ist spektakulär. Ein toller sehr sauberer Ort, herausragend die bunten Häuser mit den bunten Dächern. Es gibt tatsächlich blaue, gelbe, grüne und rote Dächer. Man munkelt, je nachdem wo der Einwohner gearbeitet hat, welche Farbe dort gerade übrig war.

Wir legen pünktlich im Hafen an und werden mit den Rettungsbooten an Land getendert, aber nur ein kurzes Stück. An Land werden wir von den Jeepfahrern in Empfang genommen. Wir haben eine Jeeptour zu den Königspinguinen am Volunteer Point gebucht. Also werden wir in Vierergruppen auf Land Rover oder Toyota aufgeteilt und los geht's. Tom unser junger, sympathischer Falkländer erzählt etwas von Land und Leuten während wir Port Stanley verlassen. Der Ort ist gerade mal so groß wie Gochsheim.

Es geht zunächst auf eine gut geteerte Straße durch die Torflandschaft. Die Umgebung ist karg, bedeckt mit einer Art Heidekraut und Gräsern, ab und zu als Farbtupfer blüht Ginster. Dann biegen wir auf eine Schotterpiste ab und am Schluss geht es noch 1 1/2 h mitten durch die Prärie zum Ziel. Der Torfboden ist gut gefedert, aber ab und zu gibt es einen matschigen Graben, den es zu überwinden gilt. Das Fahrzeug bleibt ab und zu stecken und muss wieder herausgezogen werden, aber die Fahrer haben Spaß und helfen sich gegenseitig.

So erreichen wir nach 2 1/2 h Fahrt, und dem Gefühl schon leicht bescheuert zu sein, unser Ziel. Lohnt sich denn der Aufwand für ein paar Pinguine wird sich jeder fragen, auch ich habe zwischendurch gezweifelt. Und dann sind wir da, und alles ist vergessen ... 350 Königspinguine leben hier aktuell, die einzig nennenswerte Kolonie außerhalb Südgeorgiens.

Und es ist wirklich magisch!

Zuerst laufen wir parallel mit einem Grüppchen Königen Richtung Strand. Ein Strand, der es mit den schönsten Südseestränden aufnehmen kann. Dann können wir minutenlang die Pinguine beobachten. "Gehen wir ins Wasser oder doch nicht?!" Ein paar Schritte im Pulk vor, ein paar zurück ... Im Tussockgras auf dem Weg nach oben nisten Seevögel. Schwarze und weiße Austernfischer. Dann kommt ein größeres Trüppchen Königspinguine im Gras sitzend, alle in der Mauser. Millionen Federn schweben übers Gras, fast wie Schnee. Eng aneinander gekuschelt sitzen sie da. Dabei hat es 7 Grad, nur eine leichte Brise und ab und an ein Fetzen blauer Himmel.

Dann, auf der Ebene sind sie da, alle Königspinguine der Kolonie inklusive ihren Jungen. Die Jungen sind fertige Pinguine, aber noch in braunem Flaum, also noch nicht schwimmtauglich. Sie sitzen zwischen den Altvögeln. Hier wird unterschiedlich gebrütet, also gibt es auch noch werbende Paare. Pinguine sind ihr Leben lang monogam. Im Hintergrund grasen Schafe. Echt krass!

Außerdem gibt es noch große Kolonie Eselspinguine. Leider müssen wir nach 1,5 h und gefühlten 1.000 Bildern zurück. Natürlich der gleiche Weg durch die nasse Torflandschaft.

In Stanley haben wir noch eine 1/2 h Zeit. Trotz Sonntag haben die 3 Souvenirläden des Ortes am Hafen auf, und auch der eine oder andere Stoffpinguin landet auf dem Schiff. Die Häuser im Ort sind ordentlich, es ist alles sehr gepflegt und in einigen Gärten blühen Osterglocken und Tulpen, es ist ja Frühjahr. Um 18.00 Uhr heißt es Abschied nehmen bei fast sonnigem Himmel.

Bei Fish and Chips zum Abendessen tauschen wir uns über das Erlebte aus. Im Re- und Precap, auf Expeditionsschiffen ist es üblich vor dem Abendessen kurz das Erlebte zu erläutern und den nächsten Tag zu erklären.

 

 

Montag, 11. November

Helau auf Falkland

Um 7.00 Uhr gehen wir vor Sounders Island auf den Westfalklandinseln vor Anker Die Zodiacs werden zu Wasser gelassen. Die Expeditionscrew prüft die Anlandung und bereitet alles vor. Dann dürfen die Gäste, nach Gruppen eingeteilt, von Bord.

Die Ansage heute war nasse Anlandung und volle Montur. Also man kann sich das so vorstellen: Eine 1/2 h vor der genannten Abfahrtszeit fängt man an sich in seine Klamotten zu schälen. Ich nehme eine Angoraunterhose über der normalen, Unterhemd, T-Shirt, Fleecewester, dicke Socken und den Parka vom Schiff sowie eine Skihose und Spritzschutzhose. Darüber kommt die Zodiacrettungsweste. Dann tappt man auf Deck 3, zieht sich seine Gummistiefel aus seinem Fach und fühlt sich jetzt schon wie ein Pinguin. Es folgen Schal, Mütze, Handschuhe und wasserfeste Beutel für die Kamera. So ausgestattet werden immer 10 Mann auf ein Zodiac gehievt und diesmal "an den Strand" gebracht.

Die Dünung ist gering, sodass wir gut aussteigen können. Am Strand erwarten uns natürlich wieder Pinguine, diesmal Eselspinguine. Dazwischen ein paar Schafe, Austernfischer, dieselbe Landschaft wie gestern. An den Küsten gibt es überall Tussockgras mit einem Zaun von den gefräßigen Schafen getrennt, um den so wertvollen Lebensraum im Gras für die zahlreichen einheimischen Vögel nicht zu gefährden.

Wir stapfen in Gummistiefeln, was erstaunlich gut geht, den Berg hoch. In ungefähr 1 km soll eine Albatroskolonie sein. Vorher passieren wir jede Menge brütende Eselspinguine, gefolgt eine Kolonie Kormorane mit Schopf, dazwischen "Spaghettipinguine" (links und rechts am Kopf haben Sie gelbe Federn wie Makkaroni oder Spaghetti wegstehen). Sieht lustig aus. Unvorstellbar wie die Pinguine so hoch auf den steilen Hügel rauf tappen, um hier in den Erdhöhlen zu brüten. Ab und zu sieht man schon einen Albatros majestätisch kreisen.

Dann erreichen wir die Kolonie. Was für eine Eleganz diese Vögel ausstrahlen. Sie brüten auf einem ca. 20 cm hohen Lehmhügel, ca. 100 Vögel friedlich nebeneinander. Elegant starten und landen sie. Ab und zu verirrt sich ein Kormoran in die Kolonie. Es strahlt hier eine unglaubliche Ruhe und Ordnung aus, wie diese großen Vögel hier auf dem Berg über dem Meer mit weißem Sandstrand im Hintergrund brüten. Wir können uns kaum losreißen von dem Anblick. Natürlich achten unsere Expeditionsleiter darauf, dass wir Abstand halten, nicht mit Blitz fotografieren und auf dem markierten Weg bleiben. Witzigerweise haben sich ein Dutzend Königspinguine unter die anderen Pinguine gemischt, wir würden wohl Aussiedler oder Auswanderer sagen. Aber warum im kalten Eis brüten, wenn man es hier etwas gemütlicher haben kann. Die einzigen Feinde sind die Skuas, ähnlich aggressive Vögel wie Möwen.

Wieder zurück an Bord heißt es kurz stärken. Dann geht es wieder los, wieder anziehen ... Zodiacfahrt, diesmal ein paar Kilometer weiter nach Carcass Island. Wer will kann hier, angeführt vom Expeditionsleiter, eine 4 km lange Wanderung auf die andere Seite der Insel unternehmen. Das lasse ich mir natürlich nicht entgehen. Begrüßt werden wir am Ufer natürlich von ein paar Pinguinen.

Auf der Wanderung sehen wir einige Gänsepaare mit Küken und einige Vögel im Tussockgras. Das Ziel der Wanderung ist eine Farm. Hier werden wir von der ansässigen Familie zur Teatime erwartet. Die Tafel ist gedeckt mit mindestens 15 verschiedenen Plätzchen und Gebäckstücken. Ein wahrer Gaumenschmaus nach der Wanderung. Inzwischen ist auch die HANSEATIC hier vor Anker gegangen und bringt die nicht Wanderer an Land. Ein Lichtblick, in der doch etwas kargan Landschaft, neben den hohen Tussockgrasbüscheln am Ufer der gelbblühende Ginster, der aktuell in voller Blüte steht. Am Strand suchen zahlreiche verschiedene Gänse nach Nahrung zwischen den Steinen. Geier gibt es hier, Riesensturmvögel und wir können auch diesen tollen Vogel, ähnlich einer Lerche mit roter Brust erhaschen.

Ein erlebnisreicher Tag geht zu Ende. Nach dem Aufwärmen in der Sauna fallen wir müde ins Bett.

 

 

Dienstag, 12. November

Seetag

Kräfte sammeln, essen, schlafen, tolle Vorträge z.B. über Flora und Fauna und Wale. Und natürlich die Vorbesprechung für das was kommt.

 

 

Mittwoch 13. November

Punta Arenas - Chile

Heute legen wir in der südlichsten Stadt Chiles an, in Punta Arenas. Wir befinden uns nun in der Mitte der Magellanstraße. Was zunächst als Strafkolonie begann, dann Freihafen wurde, verlor an Bedeutung nachdem der Panamakanal eröffnet wurde. Wir sehen schon von Weitem die vielen bunten Häuser der Stadt.

Heute fahren wir die 25 km mit dem Taxi für ca. 15 US-Dollar zum Flughafen  Wir haben bei Europcar einen Mietwagen vorbestellt. Wenn man das Schild "Restricted Area" missachtet findet man den Schalter von Europcar auf dem überschaubaren Flughafen. Nach der Übernahme des Mietwagens starten wir durch in Richtung Rio Perez. Wir biegen von der Hauptstraße ab auf die 21 weiter rechts entlang am Rio Verde bis zum 10-Seelen Ort Rio Perez.

Optisch und naturmäßig hat sich an der Vegetation nicht viel geändert. Ich kann das 1. Nandu, das ist der südamerikanische Strauß, entdecken. In einer Nebenstraße kurz vor einem großen Felsen, der etwas an den australischen Ayers Rock erinnert, biegen wir ab auf die Estancia Olga und Teresa. Hier werden Condorführungen angeboten.

Eduardo Blanco erläutert uns zunächst ein wenig Theorie zum Condor. Wir fahren ein kleines Stück mit dem Wagen Richtung Berg. Dann laufen wir, je nach Konstitution, den Berg hinauf. Die Besitzer des Gebäudes haben Sitzgelegenheiten in Form von Baumstämmen und sogar 2 Toiletten errichtet. Eduardo erklärt uns, dass die Kondore tagsüber nicht hier sind, sondern auf Nahrungssuche. Sie sind Aasfresser. Und der Berg hier sei ihr Ferienlager. Da sie keinen Regen mögen, könnte es aber sein, da es gerade leicht nieselt, dass wir welche sehen. Wir stapfen also an unzähligen blühenden Löwenzähnen vorbei und können wirklich den einen oder anderen Condor im Flug erspähen.

Eduardo hat ein Megaspektiv und so können wir super die Vögel beobachten. Neben den Condoren schwirren einige interessante gefiederte Freunde durch das Gelände.

Auf der Weiterfahrt am Seeufer entlang sehen wir zahlreiche Magellangänse und auch eine Herde Guanakos.

Der Ort selbst ist beschaulich. Im Ticket Office für die Fähre Richtung Rio Verde gibt es ein paar Landkarten, Europcar hatte schlichtweg keine.

Wir nehmen denselben Weg zurück und sehen ganz andere Tiere ... 2 Greifvögel sehen wir ganz nah, ebenso wie eine für mich neue Art von Ibissen. An einem kleinen See mit 4Flamingos sitzen doch glatt auch noch mehrere gut getarnte Nandus in der Ebene.

Zurück in Punta Arenas cruisen wir einige Aussichtspunkte, sogenannte Miradore, ab. Leider sind auch hier wieder zu viele Menschen! Neben tollen bunten Häusern und schön angemalten Wänden und spannenden Mosaiken gibt es auch verfallene und ausgebrannte Häuser. Es gibt einige Denkmäler für alle möglichen früheren Seefahrer.

Absolut sehenswert ist der Friedhof! Umrahmt und begrünt mit Büschen wie bei uns, aber alle gefühlte 100 Jahre alt und wie ein großer Fingerhut geschnitten. Sieht super aus, diese Alleen zwischen den Mausoleen.

Einen Abstecher zu einer Reserva Nacional machen wir auch noch. Der Wald besteht aus zahlreichen chilenischen Buchen mit vielen Flechten daran. Lohnt bestimmt auch eine Wanderung.

Wir müssen bis 20.00 Uhr das Auto abgeben und dann geht es mit dem Taxi wieder zurück zum Hafen.

Wir genießen die Aussicht auf die schön beleuchtete Stadt und schlafen schon als die HANSEATIC um Mitternacht ablegt.

 

 

Donnerstag, 14. November

Chilenische Fjorde - Bahia Ainsworth

Cruise Day

Sonnenaufgang 5.30 Uhr

Sonnenuntergang 21.21 Uhr

Zuerst kreuzen wir vor dem Marinelli Gletscher. Wir nähern uns eben diesem Eis mit der HANSEATIC, das Wetter ist suboptimal, aber die Sicht ganz gut. Dann passieren wir eine enge Passage. Den Abschluss des Tages bildet die Sicht auf einen kalbenden Gletscher namens Hyatt. Hier hat es zum Glück aufgehört zu nieseln.

Zum Abendessen kriegen wir noch einen tollen Sonnenuntergang mit herrlicher schneebedeckter Kulisse.

 

 

Freitag 15. November

Chilenische Fjordwelt

Kurz nach Sonnenaufgang nähern wir uns dem spektakulären Garibaldi Gletscher. Die Fahrt durch den engen Fjord bis dahin wird begleitet von Wasserfällen links und rechts und Gletscherzungen. Wir stoppen vor dem Garibaldi Gletscher. Es ist kühl, aber nicht windig, und trocken. Die Aussicht auf den Gletscher ist phänomenal, sowohl vom Nature Walk ganz vorne, als auch von Deck 8 oder indoor von der Observation Lounge.

Mit den Zodiacs nähern wir uns bis auf 500 m dem Gletscher. Beobachtet von ein paar Gänsen und Kormoranen, können wir kleine und größere Eisberge ablichten und den Gletscher ausgiebig betrachten. Die Sonne scheint immer stärker und der Himmel wird fast blau. Sehr beeindruckend wie sich die Wölkchen im Wasser neben den Eisbergen spiegeln.

Wir folgen in Chile der Allee der Gletscher Richtung Ushuaia durch den Fjord.

Nun verstehen wir warum diese Passage als eine der spektakulärsten der Welt gilt.

Kulinarisch wird das Ganze noch am Pooldeck begleitet von Hot Dogs, Aquavit und Glühwein. DJ Giuseppe gestaltet die Fahrt musikalisch. Ich würde es Poolparty zu Mittag nennen, inmitten spektakulärer Kulisse. Den meisten gefällt's und es wird ausgiebig gelacht, getanzt und gefeiert, und nebenbei die Kulisse fotografiert.

Kurz nach 14 Uhr ist dann Schluss mit lustig, damit die Gäste wieder ihre Ruhe haben und in Ruhe die Aussicht genießen können.

Wir setzen unsere Fahrt nach Puerto Williams fort, deklarieren dort in Chile aus und fahren zurück nach Ushuaia.

Wir genießen heute unser Abendessen im Hampton mit Steak und Muscheln.

 

 

Samstag 16. November

Isla de los Estados, - Argentinien

Heute gehen wir wieder den echten Expeditionsmodus.

Keiner von der Crew hat hier jemals angelandet auf diesen unbewohnten Inseln. Die Sonne geht hier im Süden bereits um 5.00 Uhr auf und vor uns liegt eine zerklüftete Landschaft. Auf den Felsen erspähen wir mit dem Fernglas jede Menge Pinguine und Kormorane. Auch Robben. Und in der Luft kreist ein Condor.

Unser Kapitän fährt in die geschützte Bucht rein und wir können bei angenehmen 7 Grad an den Strand tendern. Am Strand liegt allerlei Zeugs rum: Muscheln, Treibholz, Knochen, ein verweste Seelöwe. Wir erklimmen eine Felszunge an deren Spitze wir ein paar Rockhopperpinguine erspähen können. Sie haben hier ihren Namen zurecht, sie brüten hier in exponierter Lage auf den höchsten Felsen. Im Hintergrund liegt die HANSEATIC. Ein lustiges Bild. Das Tussockgras ist hier noch reine Natur und teilweise 1 m hoch oder mehr. Es lebt hier halt keiner, auch keine Schafe. Ein paar Magellangänse, ein Moringa (Adler).

Wir machen eine schöne Wanderung, unsere Parkas sind fast zu warm. Nach einer Stärkung an Bord machen wir am Nachmittag noch 1 h Rundfahrt mit dem Zodiac in einer weiteren Bucht. Wie sagt unser Lektor Wolfgang ... eine naturkundliche Exkursion. Hier gibt es nur vereinzelt Magellangänse und ein paar Kormorane, die ganz verwundert von den Felsen schauen, was heute los ist. Ein paar Südbuchen, Moose, Flechten, tolle Gesteine, schönes KÄlb und Tang im Wasser. Eine schöne Ausfahrt!

Abends nach Kaviar und Wodka läd der Kapitän zum Abschied ein. Die Crew singt Shantylieder, ein langjähriges Crewmitglied, genannt The Voice of the Ocean, singt auch super. Und eben dieser Larry, wird nach 26 Jahren Dienstzeit für Hapag Lloyd auf der HANSEATIC in den Ruhestand geschickt, mit einer großen Torte. Es gibt Champagner und die Stimmung ist gut.

 

 

Sonntag, 17. November

Isla de los Estados -Argentinien

Nachdem wir die Nacht in einer geschützten Bucht verbracht haben, fahren wir durch stürmische See zum Faro San Juan de Salvamento. Wir landen mit den Zodiacs an einem Strand mit großen Steinen an und auf geht's zum Leuchtturm. Durch üppige Vegetation, Schlamm und Matsch, wandern wir den Berg hinauf. Teils geht der Trampelpfad durchs Gebüsch. Aber die Mühe lohnt sich, die Sonne scheint, wir sind natürlich wieder viel zu warm angezogen, in voller Montur, aber egal die Aussicht lohnt sich.

Im ehemaligen Leuchtturm ist eine kleine Ausstellung. Man kann sich einen Stempel abholen und in ein Buch eintragen. Dreckig, verschwitzt, aber glücklich duschen wir uns erst ab, dann geht es durch die Stiefelwaschanlage und raus aus den Klamotten. Regenerieren für den Nachmittag.

Nach dem obligatorischen Eis geht es wieder raus, rein in die Klamotten, raus aufs Zodiac, nasse Anlandung am Strand. Von den Wellen her geht es gut. Wir steigen nahezu trocken am Strand aus. In knapp 20 min können wir auf die andere Seite wandern. Die üblichen Bäume, ein paar neue Flechten und Moose. Die Südseite der Insel gestaltet sich am Strand etwas anders. Ewig viel Kälb und so halbtrockenes Grünzeug am Strand. Eine neue Entenart. Nett. Einen kleinen Friedhof gibt's auch. Das war unsere letzte Anlandung. Die ganze Szene ist umrahmt von bizarren Bergketten.

Ausfahrt aus dem Fjord mit Champagner am Nature Walk, Aufwärmen mit Aussicht aus der Sauna. Noch eine Eiscreme, Koffer packen ...

 

 

Montag , 18. November

Ushuaia - Argentinien

Einlaufen in Ushuaia, wieder perfekt. Diesmal scheint die Sonne über der bunten Stadt. Ein paar Wölkchen schweben über die Berge, unter anderem den Circo Hermanos, 5 Brüdern. Vor uns liegt die Fram von Hurtigruten am Pier. Ein letztes Frühstück am hervorragenden Außendeck, hinten auf Deck 5. Um 9.00 Uhr werden wir aufgerufen. Der Kapitän und die Expeditionsleiter etc. verabschieden die Gäste persönlich. Eine Tolle Reise neigt sich dem Ende.

In 15 min sind wir nach einer kurzer Stadtrundfahrt durch das überschaubare Ushuaia am Flughafen. Über Hapag-Lloyd haben wir, wie fast alle, den Weiterflug nach Buenos Aires gebucht. Der Flughafen ist übersichtlich. Nach der Postkontrolle gibt es exakt einen Souvenirshop. Also hier muss noch ein Magellanpinguin her. Von der Größe her passt er genau zu den Königspinguinen, die wir schon seit Jahren zu Hause haben.

3,5 h später landen wir am Regionalflughafen von Buenos Aires. Der größte Teil der Gäste verbringt noch eine Nacht imFour Seasons und fliegt dann heim, die anderen werden wir wohl an den Iguazu Wasserfällen wieder treffen.

Wir nehmen ein Taxi und sind 20 min später am Mansion Vitraux, Designhotel in der Calve Carlos Straße genau in San Telmo. Wir werden von Jorge freundlich empfangen. Das Zimmer ist gewöhnungsbedürftig! Design hui, 2 stylische Waschbecken, überall Spiegel, TV als Beamer mit riesen Leinwand. Nur 2 kleine Fenster Richtung Innenhof. Originalholzdecke. Egal, es ist Nachmittag, ein Gewitter regnet sich gerade ab, als wir am Hotel ankommen. Also ein kurzes Päuschen.

Nach einer 1/2 h blicken wir von der Dachterrasse auf San Telmo herab. Es hat immer noch 27 Grad und es ist wieder sonnig. Wir laufen ein paar Meter. Ums Eck ist eine alte Markthalle, daneben ein uriger Tante-Emma-Laden, Kneipen, Eiscreme, Pizza alles da. 400 m sind es zum Plaza Dorego. Dort wird im Freien Tango getanzt und die Gäste bewirtet. Aber jetzt bei Dunkelheit ist dann auch Schluss, dann essen die Leute drinnen zu Abend und draußen ist alles zu. Es ist ja auch unter der Woche. Wir kaufen nur Brot und Bier und fallen dann müde ins Bett.

 

 

Dienstag, 19. November

Buenos Aires

heißt übersetzt "gute Luft". Naja, nach dem Regen stimmt das sicherlich.

Nach einem wirklich leckeren Frühstück mit Dulce de Leche, das ist hier die Spezialität, sozusagen das Nutella der Argentinier, eine Art Karamellcreme aus Milch, Toast und Plätzchen bin ich wieder fit. Die Croissants, die, wie ich meine, mit Orangenmarmelade dünn überzogen sind, sind absolut lecker. Man erhält eine Karte, sagt was man möchte und das kriegt man serviert. Gute Sache!

Nach dem Frühstück nehmen wir ein Taxi und fahren nach La Boca. Aus diesem alten Stadtviertel stammt Diego Maradona. Wir fahren am Stadion der Boca Juniors vorbei. Alles drumherum ist blau - gelb, den Farben der Fußballmannschaft, dann gibt es hier noch el Caminito, 150 m bunte Häuser, Figuren und Gemälde, den Papst Franziskus und die Comicfigur Mafalda. Umgeben von zahlreichen bunten Häusern, Tangomusik und Tangotänzern, Läden, Kunsthandwerk, einfach originell. Tagsüber kann man sich hier aufhalten, nachts sollte man nicht her, auf jeden Fall Taxi nehmen!

Weil unser Taxifahrer so nett ist machen wir eine kleine Stadtrundfahrt durch Buenos Aires an allen Sehenswürdigkeiten vorbei ... Rosapalast, Monolith, Evita Peron etc..

Abends, bevor es dunkel wird, schlendern wir noch ein wenig durch San Telmo und fotografieren die Mafaldafiguren! In jedem Souvenirladen gibt es Mafaldasouvenirs und Dulce de Leche. Es sind wohl Süße unsere Argentinier. Steaks und Süßkram ...

Es ist nun Ende Frühling und was noch toll ist, es blühen nun überall die Jacarandabäume in lila und ein paar Papageien konnte ich auch wieder entdecken. Sicher es gibt hier in dieser großen Metropole alles, aber ich habe schon schlimmere Ecken erlebt. Ein Besuch lohnt auf jeden Fall und ein paar Worte Spanisch sind auch nicht verkehrt. Que lindo. Wie schön...

 

 

Mittwoch, 20. November

Iguazu

Früh um 5.00 Uhr, Kekse vom Hotel einpacken, sehr nett von Ihnen. Weiterflug nach Iguazu.

Knapp 2 h Flug, auf der linken Seite sind die Wasserfälle zu sehen, perfekt ... Natürlich saßen wir recht s... Egal, blauer Himmel, gefühlte 37 Grad. Mit dem Taxi geht es zum Hotel.

Zur Info: Hier in Argentinien geht man zum Taxischalter, sagt wo man hin möchte, und dann kriegt man den Preis genannt und geht zum Fahrer oder er kommt. So haben wir Mario kennengelernt, ein sehr netter Argentinier, nur Spanisch sprechend.

Um 10.00 Uhr checken wir im Hotel Iguazu Jungle Lodge ein. Wir haben die Nacht mitgebucht, damit wir gleich los können. Zimmer Nr. 3 ist bereit. Es ist eine große Familienlodge mit Sofa und Küche extra passend im Stil mit großer Terrasse Richtung Fluss und Blick in den Urwald. Beim Hinflug hat man den wunderschönen Urwald um die Fälle herum gesehen.

Mit Mario fahren wir vom Hotel zum Nationalpark Foz do Iguazu. Nachmittags ist am Eingang nicht viel los. Wir zahlen  umgerechnet 14,00 € Eintritt pro Person. Vom Eingang läuft man ca. 500 m zum Zug! Mit einer Bimmelbahn fährt man zur vollen und halben Stunde in ca. 25 min erst einmal ganz hinter zur Estacion Garganta, 2. Haltestelle. Dann läuft man über Stahlwege gut befestigt zur Garganta del Diablo.

Faszinierend! Am Anfang gibt es eine Dusche, dort tummeln sich ca. 100 gelbe Schmetterlinge. Die Ausblicke sind phänomenal!!! Die Wassermengen sind unvorstellbar. Allerdings auch die Temperaturen, null Wind, null Gischt. Nun wissen wir auch, warum die Einheimischen in Flip Flops und Badesachen einfallen, und sich, wie sie sind, unter die "Dusche" stellen. Unbedingt kleines Handtuch mitnehmen und natürlich einen wasserfesten Rucksack. Und einen Plastikbeutel für Handy und Kamera und einen Sonnenhut oder Schirm sowie Getränke.

Am Ausgang zurück, um 18.30 Uhr müssen alle draußen sein, was kaltes trinken, kurz T-Shirt shoppen. Wir haben Glück und sehen noch eine Art Hase mit langen Beinen. Auf dem Weg haben wir außerdem Nasenbären, Spechte und jede Menge Schmetterlinge gesehen.

Mario wartet auf uns und bringt uns zum Hotel zurück. Abkühlen im Pool und mit Wassergeräuschen im Ohr schlafen wir nach einem kühlen Cerveza ein.

 

 

Donnerstag, 21. November

Iguazu

Lecker Frühstück mit vielen Vogelgeräuschen, zu sehen ist nicht viel.

Mario holt uns um 8.30 Uhr ab. Da es auch hier um 5.00 Uhr hell wird, man abends früh ins Bett fällt, kein Problem. Das Licht ist früh auf der brasilianischen Seite der Fälle besser, also schauen wir uns erst diese Seite an. Das heißt ca. 20 min zur Grenze, ausreisen aus Argentinien, einreisen mit Pass und Stempel natürlich, wieder in Brasilien. Geht aber schnell. Mario hat Formulare vorbereitet.

Auf der brasilianischen Seite wirkt es am Morgen etwas wie am Eingang von Disneyland. Menschenschlangen. 30,00 € Eintritt. Wir nehmen Mario mit, angeblich war er noch nie auf der brasilianischen Seite, hat immer nur auf seine Gäste gewartet. Hier muss man nach der Eintrittsschlange in die Busschlange. 2 Haltestellen, die 1. am berühmten Belmont Hotel, die 2. hinten an den Fällen am Restaurant. Alle steigen am Belmont Hotel aus und laufen an den Fällen entlang Richtung Restaurant den Weg nach unten und natürlich zu der Aussichtsplattform mehr oder weniger in den Fällen.

Wir haben keine Ahnung und fahren ganz hinter, steigen dort aus, laufen zurück und fahren mit dem Fahrstuhl nach unten. Hier sehen wir wo alle hin verschwunden sind, auf die Plattform aufs Wasser hinaus und dann Schlange stehen am Aufzug hinauf. Wir haben also intuitiv alles richtig gemacht, wobei der Bus am Belmont Hotel in die Heimrichtung natürlich voll ist, da alle hinten einsteigen. Also hinter fahren und sitzen bleiben und hoffen dass am Hotel 2 aussteigen.

Der Weg selbst ist gut zu laufen, tolle Sicht und natürlich ist die Plattform im Wasser heiß begehrt. Heute ist hier nur wenig Gischt, aber sonst wird man hier nass. Gut 4 h brauchen wir für alles. Auch hier gilt wieder ... Getränke mitnehmen.

Am Nachmittag nehmen wir uns noch die 2 Wege auf der argentinischen Seite vor. Wer seinen Pass am 1.Tag am Ausgang abstempeln lässt, erhält den Eintritt am 2. Tag für den halben Preis in Argentinien. Wir passieren also wieder die Grenze rückwärts, geht eigentlich schnell, und nachmittags ist wohl immer weniger los. Klar alle wollen den Tag komplett nutzen.

Wir fahren mit dem Zug zur 1. Haltestelle und laufen zuerst den Circuito Inferior, ca. 1.400 m lang. Der Weg ist gut befestigt und wenn man von Brasilien aus gedacht hat, dass es hier nicht so spektakulär ist, dann zeigt sich das als Irrtum. Eine Aussichtsplattform ist besser als die andere! Es ist wirklich unglaublich! Natürlich schwitzen wir wieder wie die Ochsen, aber es sind zum Glück keine Stechmücken unterwegs. Wir haben uns aber mit Sonnenschutz und Insektenschutz bewaffnet. Die Anzahl der Besucher ist jetzt nachmittags angenehm.

Vom Licht her ist es auf jeden Fall richtig. Früh Brasilien, nachmittags Argentinien.

Ein gutes Stück laufen wir noch den Paseo Superior. Wasser über Wasser immer wieder neue Eindrücke! Ab und zu Nasenbären, Schmetterlinge, Spechte und mein absolutes Highlight: Ich kann 2 Tukane entdecken. Gänsehaut pur! Und ja, es stimmt! Iguazu ist gewaltiger als die Victoria Falls oder Niagara Falls. Auf jeden Fall beide Seiten anschauen.

Der Bootstour kann ich nichts abgewinnen, aber ein paar Sachen gibt es natürlich noch oder Helikopterflug. Der Ort Foz do Iguazu selbst ist ganz nett, viele schöne bemalte Hauswände. Ein paar Lädchen!

 

 

Freitag, 22. November 

Iguazu

Der letzte Tag, so denken wir auf jeden Fall am Morgen, und unsere Koffer sind schon gepackt für 0 Grad in Alemania. Wir verabschieden uns von Mario. Für das Fahren und Abholen zahlen wir ca. 120,00 bis 150,00 € mit Trinkgeld und um 12.00 Uhr sind wir am neu renovierten Flughafen von Iguazu in Argentinien! Es geht nichts vorwärts und dann sagt man uns, dass die Maschine nicht kommt. Technischer Defekt. Nach einigem Hin und Her, Hauen und Stechen, wir sollten mit Air Europe direkt nach Madrid, wie gefühlte 250 andere auch, werden wir umgebucht. Allerdings es gibt kaum eine Wahl ... noch 1 Nacht Iquazu, nochh eine Nacht Buenos Aires. Statt Samstag werden wir Montag zu Hause sein.

Wir werden zum Hotel Esturion gebracht. Wir checken ein, essen erst einmal etwas, dann dürfen wir aufs Zimmer. Nett, aber sicher nicht meine 1. Wahl für Iguazu. Pool und Abendessen, hier inklusive.

 

 

Samstag, 23. November

Nach einem süßen Frühstück, natürlich noch einmal Dulce de Leche unternehmen wir mit Mario (Was für ein Segen, dass wir per WhatsApp schreiben können) und seiner Frau Carmen einen Ausflug nach Paraguay. Das Hotel liegt am Ländereck Argentinien-Brasilien-Paraguay. Nette Aussicht auf die Flüsse Rio del Plato und Iguazu. Ausreisen, einreisen und 10 min mit der Fähre rüber, 20 min Fahrt nach Presidente Franco. Wir machen einen Spaziergang, nehmen einen Snack zu uns, shoppen und fahren wieder zurück.

Flug nach Buenos Aires. Noch eine Nacht im Canning Plaza Hotel, echt cool, und dann sitzen wir endlich im Flieger Richtung Europa.