Ein Reisebericht von:

Sabine

 

 
oder die Tatsache, dass man so eine Reise auch spontan regeln kann.

Von vorne, wir saßen im Reisebüro und ein Kunde kam rein und meinte, wie man sich Fernreisespezialist nennen kann, wenn man noch nicht auf Hawaii war...

Das saß tief und am nächsten Tag buchte ich 3 Wochen Hawaii. 3 Wochen später sollte es losgehen.

Wir fliegen mit der LTU von Düsseldorf nach Los Angeles. Hier schließen wir zunächst eine weitere Bildungslücke und fahren runter nach San Diego an der Küste entlang. Eine Woche später bringt uns dann die Continental von L.A. nach Honolulu. Beim Landeanflug gegen Mittag sehen wir die Wolkenkratzerfront von Honolulu. So also soll eine Trauminsel aussehen??

Für die paar Kilometer zum Park Shore Hotel erlauben wir uns ein Taxi. Nur die Tatsache, dass wir eine Streched Limo genießen durften, besänftigte meine bessere Hälfte als er das Taxi bezahlte. Welcome to Hawaii, ist halt nicht gerade billig. Glücklicherweise habe ich das richtige Hotel gewählt für unsere erste Nacht. Das Park Shore Hotel befindet sich am äußersten Ende des Waikiki Beaches am Zoo, dort fängt dann die Promenade am Strand entlang an.

Hier kann man gleich ins Meer hüpfen. Die eine Seite für die Surfer, die andere für die Wasserscheuen wie mich. Nach Abwägen der Verleihpreise für so ein Bodyboard wurde mein Mann noch am selben Tag stolzer Besitzer eines Bodyboardes und der dazugehörigen kurzen Flossen. Nach 2 h Surfen mit all den anderen Verrückten war die Welt meines Mannes wieder in Ordnung und der Strand sah von hier besser aus als zunächst von oben erwartet. Am Abend gehen wir die ganze Meile Richtung Zentrum entlang. Es folgt ein Souvenirladen nach dem anderen ABC Stores führt hier wohl den Markt an. Es gibt natürlich Fast Food, sogar die Eingangstür des Burgerking sind Surfbretter. Außerdem jede Menge Klamotten und all so ein Zeug. Wir gehen bis zum Pink Palace, dieses Hotel wurde 1927 eröffnet und hat sich unter all den Hochhäusern noch seinen besonderen flair bewahrt.

Am nächsten Tag erlebt Werner, dass hier schon bei Sonnenaufgang gesurft wird. Ich gehe im nahegelegenen Park lieber auf Vogelpirsch. Hier stehn auch die berühmten Banyantrees. Riesige Bäume mit Luftwurzeln, die irgendwann wieder die Erde erreichen und neue Stämme bilden. Unvorstellbar. Ich entdecke eine Vielzahl lustiger Vögel, darunter Kardinäle mit roten Köpfen. Alle sind glücklich und unser Abenteuer Hawaii kann nun weitergehen.

Bepackt mit Surfbrett und Koffern lassen wir uns zum Hafen bringen und checken auf der Pride of America ein. Dieses Kreuzfahrtschiff soll unser zuhause sein für die kommende Woche. 2005 in Bremerhafen gebaut, 2.150 Passagiere fassend, 280 m lang, 32 m breit so steht sie vor uns. Als alte Kreuzfahrtfans freuen wir uns natürlich drauf ein neues Schiff kennenlernen zu dürfen. Zum ersten Mal dürfen wir auch eine Balkonkabine genießen, woran man sich gewöhnen könnte...

Am Nachmittag unternehmen wir noch einen Spaziergang durch das Hafen- und Businessviertel und schauen uns das Regierungsgebäude in Form eines Vulkans an. Außerdem steht hier auch der Königspalast wieder mit einem gigantischen Banyantree davor. Sehenswert ist auch die Statue Kamehamehas, dem Napoleon der Südsee, dem es gelang die Inseln zu vereinen. Am Abend verlassen wir dann den Hafen und genießen den Blick auf das beleuchtete Honolulu.

Kurz zum Schiff: Für uns ist eine Seereise die ideale Wahl, um die Inselwelt Hawaiis mal zu beschnuppern. Die Kabine fährt mit und wir können auf bequeme Art und Weise verschiedene Inseln kennenlernen, ohne Stress. Die America fährt unter amerikanischer Flagge mit amerikanischem Personal, was man wissen sollte. Das Konzept der Norwegian Cruise Line, der dieses Schiff angehört, heißt freestyle cruising. Essen wann man möchte, in welchem Restaurant man möchte und alles locker und leger, also das richtige für uns.

Das Publikum besteht zu 90 % aus Amerikanern, Europäer sind nur sporadisch vorhanden, also etwas englisch zu sprechen ist ein Muss. Erfreulicherweise essen die Amerikaner gerne in tief gekühlten Räumlichkeiten, was herrlich Platz auf der Außenterasse zum Speisen lässt.

Im dazugehörigen Buffetrestaurant gibt es alles was das Herz begehrt von Sushi bis zur Softeismaschine zum Selberzapfen, was für mich fatal ist, als Eisliebhaber und das alles ohne Aufpreis....


Kaua`i

Gestärkt nach dem Frühstück wartet heute ein highlight auf uns. Unser Kapitän fährt an Kaua'i vorbei und wir können entspannt die Na Pali Coast betrachten. Diese ist berühmt für ihre hohen Meeresklippen. Die Strände dort erreichen nur geübte Wanderer. Die Sonne ist uns hold und so können wir die bizarren Felsen in Ruhe betrachten.


Maui

Am nächsten Morgen um 08.00 Uhr legen wir zum ersten Mal an in Kahului auf Maui. Von Deutschland aus haben wir in jedem Hafen einen Mietwagen vorgebucht. Erfreulicherweise steht von jedem Autovermieter ein Bus bereit, der die Kunden zur Vermietstation fährt. Die Anmietung erfolgt reibungslos und wir brausen los zum Haleakala Krater. Die Straßen sind gut und die Beschilderung ist o.k.. Nach 97 Kurven oder so ähnlich sind wir auf dem 3.055 m hohen Gipfel des Kraters. Wir haben eine tolle Sicht in den Krater hinein mit seinen vielen Farben. Auch die Nationalpflanze, ein Silberschwert, welches nur dort wächst, können wir bewundern. Buchstäblich beim Schild Nene crossing können wir auch ein Foto der berühmten hawaianischen Gänse schießen.
Wieder im Tal fahren wir weiter nach Lahaina einem sehr netten Örtchen mit dem größten hawaianischen Banyantree und gehen dort etwas spazieren. Die Strände an dieser Küste finde ich nicht so berauschend, zumindest ist uns keiner aufgefallen. Der nächste Stop führt uns zum Iao Valley State Park mit dem berühmten the needle. Eine 365 m hohe Felsspitze.

Unser Schifflein bleibt über Nacht im Hafen, so dass wir in aller Frühe nochmals zum Haleakala aufbrechen, weil der Sonnenaufgang dort unbeschreiblich sein soll. Nun ja er ist ganz nett, es ist auch saukalt und natürlich bewölkt. Was die zahlreichen anderen Frühaufsteher nicht hindert zum downhill fahren aufzubrechen. Kleine Gruppen von 10-15 Personen rasen mit dem Rad den Berg wieder hinunter, das highlight für manche. Unser highlight folgt nach dem Frühstück auf dem Schiff. Wir fahren auf der berühmten Road to Hana in einem der regenreichsten Gebiete der Erde. Die zahlreichen Cabriofahrer hätten sich wohl besser vorher informieren sollen... Seit 1926 verbindet die Hana Belt Road den Rest von Maui mit den Regenwaldregionen der Ostküste. Die Straße ist sehr kurvenreich, schmal und hin und zurück ca. 110 km. Aber aus jetziger Sicht ein absolutes Muss! Nehmt euch Zeit, startet früh und tankt voll! Und genießt jede Kurve! So was tolles haben wir selten gesehen.
Bambuswälder, Wasserfälle, Regenwald vom feinsten, Orchideen, ständig spektakuläre neue Aussichten, genial.


Big Island, Kona

Am Morgen stehen wir in der Vermietstation und gegen einen Aufpreis von 15 Euro gönnen wir uns einen Geländewagen. Denn ich als alter Sandsammler möchte den Green Sand Beach aufsuchen, was laut Reiseführer nur mit Geländewagen möglich ist. Wir brausen also von Kona zum südlichsten Punkt der USA nach Ka Lae. Hier bin ich am Meer schon entzückt von den zahlreichen glitzernden Lavasteinen, die hier tonnenweise rumliegen. Dann suchen wir die Zufahrt zum gewünschten Strand, was sich als schwierig gestaltet, aber Werner gibt nicht auf. Die Straße ist dann wirklich nur vierradtauglich und das auch nur für Wahnsinnige, aber wenn der männliche Ehrgeiz mal geweckt ist. Im Schritttempo nähern wir uns dem Ziel, die letzten Meter laufen wir dann zu Fuß. Ich rutsche auf dem Hosenboden zum Strand hinunter, da ich den Zugang im Eifer des Gefechts nicht wahrgenommen habe und sitze auf grünem Granatsand und bin glücklich. Leider müssen wir die Wahnsinnsstrecke auch wieder zurück...

Da alles viel länger gedauert hat als erwartet jumpen wir nur kurz durch den Puuhonu o Honaunau National Historical Park. Wir besichtigen die Tempelanlage, fotografieren die geschnitzten Götterfiguren und bestaunen die zahlreichen grünen Meeresschildkröten im Meer. Zum Schnorcheln fehlt die Zeit... Zurück in Kona, am Strand an dem unsere Tenderboote anlegen, beginnt übrigens der Ironmen, schnorchelt Werner doch noch ein halbes Stündchen. Hier sind auch schon zahlreiche Schwimmer, die für den in 2 Wochen beginnenden Ironmen trainieren.


Big Island, Hilo

Unser Schiff umfährt in der Nacht die Insel und wir legen heute in Hilo auf der anderen Seite an. Heute steht alles im Zeichen des Hawai ì Volcanoes National Park. Wir düsen zum Vulkan und genießen die zahlreichen Ausblicke auf die Krater. Was mich fasziniert, dass in dieser Einöde über die Krater Paradiesvögel kreisen. Nach zahlreichen Fotostopps fahren wir zum Ausgangspunkt des Puna Coast Trail. Hier soll es möglich sein so weit auf den Lavasteinen zu wandern, bis man die Lava ins Meer fließen sieht. Leider sind die Beschreibungen in unseren Reiseführern wieder sehr vage. Wir parken und gehen zunächst auf einer geteerten Straße bis zum Ranger. Dort muss man einen Film ansehen, der auf die Gefahren hinweist bei der Wanderung. Dann stapfen wir los, zunächst ist die Lava markiert und wir folgen den Punkten über die schwarze Masse. Nach einer halben Stunde endet die Markierung. Am Aussichtspunkt ist aber noch keine fließende Lava auszumachen. Wie ein paar andere Wagemutige stehen wir da und wissen nicht so recht, ob wir umkehren oder weiter sollen. Dann sehen wir eine Gruppe weit vorne über die schwarzen Steine kommen und Werner setzt seinen Weg unverdrossen fort. Zum Glück ist der Himmel bewölkt, sonst wären die Temperaturen zu heiß. Realistisch gesehen braucht man ca. 2 h bis man zum Punkt kommt, wo man die Lava betrachten kann. Werner kann mit dem Fernglas zumindest die glühende Lava sehen. Da wir vorher zuviel Zeit vertrödelt haben kehren wir lieber um, denn das Schiff wartet bekanntlich nicht. Ein Hubschrauberrundflug in der Nacht ist da ohnehin viel spektakulärer. Beim nächsten Mal, wir wollten ja nur einen Eindruck gewinnen...

Und die Fläche, die mit Lava bedeckt ist, ist unvorstellbar groß.


Kaua ì

Zum krönenden Abschluss erkunden wir heute Kauai. Mit dem Mietwagen klappt es wie immer reibungslos. Zunächst fahren wir zu den Wailua Falls, einem wirklichen Bilderbuchwasserfall. Hier sind auch schon Filme gedreht worden wie auch Jurassic Parc. Anschließend brausen wir zum Waimea Canyon. Das Wetter ist herrlich, sonnig und 25 Grad.

Die Ausblicke zum Canyon sind fantastisch, mir persönlich gefällt dieser hier besser als der Grand Canyon. Tolle rote Erde, wir fühlen uns ein bißchen Down under... Der Blick von oben auf die Na Pali Coast ist auch spektakulär. Leider geht hier die Straße nicht weiter und wir müssen zurück nach Lihue und von dort gen Norden zur Küste. Saftig grüne Landschaften erfreuen uns und Strandliebhaber erleben hier ein highlight nach dem anderen. Hier sind sie also die Traumstrände Hawaiis mit feinem weißen Sand, Palmen am Strand und im Rücken üppige Natur. Hier könnten wir es noch eine Weile aushalten. Werner legt noch einen kurzen Schnorchelstop ein am Haena Beach und dann heißt es zurück.


Oahu

Am frühen Morgen zum Sonnenaufgang fahren wir wieder in Honolulu ein. Die Sonne geht zwischen den Wolkenkratzern auf und lässt alle nochmal richtig staunen. Wir müssen leider Abschied nehmen vom Schiff.


Fazit: Um einen Eindruck der Inselwelt zu erhalten ist eine Kreuzfahrt sicherlich ideal. Preis-Leistungsverhältnis ist hervorragend. Wer alles intensiv genießen möchte, sollte mit dem Flieger von Insel zu Insel hüpfen und mehrere Tage auf jeder Insel verbringen. Nach einer Woche Seereise hat man es allerdings leichter zu entscheiden, was man nochmal machen muss. Wir dürfen auf jeden Fall nochmal 2 Nächte Oahu unsicher machen und quartieren uns nochmals im Park Shore Hotel ein.

Diesmal haben wir einen Mietwagen, welcher am Tag auch nicht viel teurer ist als die einfache Taxifahrt zum Hotel. Neben dem Hotel gibt es öffentliche Parkplätze, die in der Nacht kostenfrei sind. Wir fahren quer durch die Insel zum berühmten North Shore. Dort wo die richtigen Surfer sind. Ende September ist aber noch nicht die Hochsaison. Die richtigen Wellen kommen erst im Dezember. Mir genügt das schon. Es folgt ein schöner Strand nach dem anderen und alles voller Surfer, auch Kite Surfer. Schön zum Anschauen...

Als bester Schnorchelspot wird uns die Hanauma Bucht empfohlen. Hier darf man erst nach Einweisung schnorcheln, was durchaus begrüßenswert ist. Uns sind, da es Sonntag ist, zuviele Leute da und wir verzichten. Den letzten Tag genießen wir dann am Waikiki Beach und Werner trainiert noch ein paar Pfunde vom Schiff beim Surfen ab. Ich erstehe noch ein paar Blütenketten aus Stoff zur Dekoration fürs Büro und genieße noch einen letzten Eiscocktail aus der sehr empfehlenswerten Eisdiele neben dem Hotel. Am Abend bestaunen wir den Sonnenuntergang und traditionell werden täglich von einem Mann die Fackeln an der Promenade angezündet. Ein schöner Brauch, ein schöner Abschied. Die Nacht verbringen wir im Flieger. Wir gönnen uns noch eine Nacht in L.A. bevor es nach Hause geht.

Aloha bis zum nächsten Mal...